“Oder konnte man im Ernst so etwas wie eine neue Phänomenologie des Geistes oder eine Dialektik der Aufklärung erwarten, dort, wo der Westen endet und die Geschichte, nur weil Geld da ist, Ölgeld, und man sich Carraramarmor leisten kann? Gut, Clark hatte sich noch einmal in die Selbstreferenz des Schreibens geflüchtet, und ein bißchen auch in Ro- mantik und Kitsch. Aber Gedichte schreiben über Bilder ? Das war dann doch zu sehr sentimentale Hypostase (denn es gab keine Bilder mehr dafür !), so ließ sich die Kunst und auch die Theorie nicht retten. Aber immerhin, so dachte er, konnte einer sich hinsetzen, dort oben, fünf Fahrminuten hoch über Bel Air, irgend ein Ausländer oder Amerikaner, auch wenn er durchaus nicht der Geeignetste wäre, und er konnte Fragen stellen, die lange nicht mehr gestellt worden waren, er konnte fragen nach dem historischen Stand der eschatologischen Hoffnung - denn wenn es keine Hoffnung mehr gäbe (und man mußte nachschauen, ob es noch welche gäbe ! Der Menschheit wäre sonst einfach ihre Story abhanden
gekommen !), müßte es auch keine Kunst mehr geben. Denn selbst das elaborierteste Ordnungsmodell der Beobachtung wäre doch nur avanciertester Positi- vismus, absolute Ware, wie Adorno gesagt hatte, reine desillusionierende soziologische Aufklärung, ein heidnisches Glasperlenspiel, Ägypten viel- leicht, wohin der Systemtheoretiker hinüber gese- hen hatte von Lecce aus, und die Kunst wäre eben nicht mehr Kunst, wenn sie nicht mehr wäre, wenn sie nicht die Beobachtung überhaupt heiligsprä- che, ja, Kunst hätte eben vor allem Benediktion zu sein, „gebenedeit seist du in der Beobachtung, in ihr und mit ihr und durch sie“, und die Poesie der Beobachtung, transzendentale Poesie, wäre schon das Jenseits, sie ist das Jenseits selbst wie je, ihr Wort und ihr Bild bezeugt nicht, es ist selber Transzendenz.
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