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Und der Heimkehrer aus dem Irakkrieg erklärt ihnen, wie es ist, zu töten. Miller schweigt und er sieht seine nervösen Finger auf der Theke. Später geht Jeff, der Cowboy, er geht über die Strasse, den Gitarrenkoffer in der rechten Hand, er winkt noch kurz, geht am St. Francis Shrine vorbei, und verschwindet dann in dieser Stadt, die einmal wild und experi- mentell gewesen war, und die jetzt eigenartig neutral da liegt, wie nach der Beendigung ei- nes großen Theaterstücks, und nur die Kulissen sind noch da und man erinnert sich. Sie stehen an der Theke an für Sandwich und Pizza, an den Tischen des „Trieste“ sitzen Zeitungsle- ser und Schachspieler und gedämpfte Unterhal- tungen junger Frauen, zwischendurch Rufe der italienischen Thekenmannschaft, im Fernsehen sehen sie der Trauerfeier zu für das jugendli- che Opfer des Anschlags auf die demokratische Abgeordnete Gabriele Giffords in der Basket- ballhalle in Tucson, Arizona, die Rede des Präsidenten, und Obama beginnt mit den Wor- ten: „Kurz nach unserem Besuch am Krankenbett hat sie zum ersten Mal die Augen geöffnet !“ und die Halle in Tucson bricht aus in einen Freudenschrei, Erleichterung für einen kurzen Moment in dieser zerrissenen Nation, und dann berichtet CNN über die bevorstehende Selig-


sprechung des Papstes Johannes Paul II., „Why sainthood ? Role model whose life is worth imitating“ lautete die Headline und dann die Frage: „What makes a miracle ?“, ja, es musste ein wissenschaftlich bewiesenes Wunder vor- liegen, post mortem, Papst Benedikt XVI. hatte per Dekret bestätigt, dass sein verstorbener Vorgänger an der heute 49 Jahre alten Nonne Ma- rie Simon-Pierre ein Wunder gewirkt hat, seine Fürsprache bei Gott soll sie von der Schüt- tellähmung geheilt haben, dieses Wunder hatte lange als wackelig gegolten, es gab Gerüchte, die Nonne habe einen Rückfall erlitten, und was wäre, wenn das nun tatsächlich passierte ? Es gab immerhin noch eine zweite Wundergeschichte – ein römischer Barbier sagt, er sei, nach ei- nem betenden Blick auf ein Bild von Johannes Paul II. von einem Bandscheibenvorfall geheilt worden. Jedenfalls war das Verfahren der „Be- atifikation“, der Vorstufe der Heiligsprechung, in sehr kurzer Frist durchgeführt worden, weil der Papst aus Polen „zu Lebzeiten, beim Tod und nach dem Tod im Ruf der Heiligkeit“ gestanden habe. Er sah zu Miller hinüber und lachte. Ja, Heiligsprechung, dachte er. Das war der Be- griff, der ihm wochenlang im Kopf herum gegan- gen war auf dem Getty-Hügel.


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