A27-98, 1998, Öl auf Aluminium, 70 x 200 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2012 Foto: Peter Vieser
Thomas Kitzinger 24.10.55 - Malerei -
"Meine Malerei fokussiert anhand von verschiedenen The- menblöcken Splitter und Fragmente einer als hüllenhaft begriffenen Realität." (Thomas Kitzinger)
2010 erhielt Thomas Kitzinger den Reinhold-Schneider-Preis der Stadt Freiburg. Die darauf aufbauende, aktuelle Ausstellung im Museum für Neue Kunst zeigt rund 70 Werke des Malers, die einen Überblick über das Schaffen des Künstlers seit Ende der 90er-Jahre geben. Der Ausstellungstitel bezieht sich im Übri- gen auf das Geburtsdatum des Künstlers.
Kitzingers Motive reichen von Alltagsgegenständen über Pflan- zen und Tiere hin zu Porträts. Markant für alle Werke ist eine äußerst glatte Oberfläche und eine kühle, distanzierte Atmo- sphäre, die die Bilder verfremdet oder sogar irreal erscheinen lässt. Der Künstler arbeitet seriell, Einzelbilder existieren in sei- nem Werk so gut wie nicht.
Den Auftakt der Ausstellung bildet eine Serie von Tellern und Schalen, darunter ein Werk aus der Sammlung des Museums für Neue Kunst. In dieser Bilderfolge hat sich der Künstler zum ersten Mal der Darstellung der äußeren Hülle gewidmet. Ihre
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19.8.1931 T. Kitzinger, Porträtreihe, Atelieraufnahme, © VG Bild-Kunst, Bonn 2012, Foto: Emil Bezold
Erscheinung, der Glanz, die Lichtreflexionen, Schatten und Spiegelungen werden so präzise wiedergegeben, dass eine sachliche Wirkung von Perfektion entsteht. Herausgelöst aus den üblichen Zusammenhängen entwickeln die Objekte so ein von ihren Funktionen autonomes Eigenleben. Feste Zuordnun- gen werden aufgehoben, die Selbstverständlichkeit ihrer alltäg- lichen Erscheinung geht verloren. Obwohl der Maler vom realen Gegenstand ausgeht, hat das geschaffene Abbild mit der Wirklichkeit nicht mehr viel zu tun. Die fast geheimnisvolle Stimmung wird durch die Wahl der Farben verstärkt: Grau- und Blautönen dominieren die Werke. Im Lauf der Jahre sind hierzu viele Werkgruppen entstanden.
Seit 2008 arbeitet Thomas Kitzinger an seiner aktuellen Serie, den Porträts. Die 40 bisher entstandenen Bilder werden - bis auf eines - zum ersten Mal im Museum für Neue Kunst gezeigt. Ein Ende dieser Serie ist nicht absehbar, es ist ein „work in progress“, das Konzept ist auf ein offenes Ende angelegt. (TV)
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