This page contains a Flash digital edition of a book.
ÖSTERREICH JOURNAL


NR. 101 / 04. 11. 2011 Innenpolitik Rot-Weiß-Rot-Card


nnenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) erklärte am 17. Oktober, daß be- reits drei Monate nach der Einführung der Rot-Weiß-Rot-Card erste Erfolge sichtbar würden. So wurden per 30. September schon 255 Karten ausgestellt, wobei ein großer Teil davon auf Schlüsselkräfte wie Wissenschaf- ter und Forscher fällt. Die häufigsten Her- kunftsländer sind Kanada, Kroatien, USA, Rußland und Serbien. Durch die RWR-Card erhalten die Menschen das Recht auf Nie- derlassung und Zugang zum Arbeitsmarkt.


I Geregelte Zuwanderung


Mikl-Leitner freut sich darüber, daß es gelungen ist, mit dem Koalitionspartner die- ses Erfolgsprojekt auf den Weg zu bringen: „Wir wollen die hochqualifizierte Zuwande- rung unterstützen und weltweit die besten Köpfe holen.“ Durch die RWR-Card ist es nun möglich, vor allem hochqualifiziertes Personal und Menschen für Mangelberufe nach Österreich zu holen. Eine geregelte Zuwanderung mit klaren Kriterien ist auch ein wichtiger Baustein für eine gelungene Integration. Die Innenministerin rechnet damit, daß die Zahl der Anträge nach der Einführungsphase noch weiter steigen wird. Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) bezeichnet die Karte als Grundlage eines neuen gezielten und kriteriengeleiteten Zu- wanderungssystems. Vor allem im Gesund- heits- und Pflegebereich oder in den Berei- chen IT und Technik seien Fachkräfte notwen-


Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (l.) und Sozialminister Rudolf Hundstorfer (r.) mit einer Inhaberin und zwei Inhabern der Rot-Weiß-Rot-Card


dig. Drei der bisherigen Antragsteller waren bei der Präsentation anwesend. Hundstorfer bedankte sich bei den drei Schlüsselkräften für ihren Entschluß, nach Österreich zu kom- men. „Wir brauchen diese Zuwanderung“, bekräftigte Hundstorfer. Wissenschafter, Forscher und Facharbeiter seien wesentlich für den Wirtschaftsstandort Österreich. Um für die RWR-Card zu werben, gibt es seit 1. September eine Migrationsplattform, auf der sich weltweit Menschen über Krite- rien und Möglichkeiten informieren können, in Österreich zu leben und zu arbeiten. Wer eine Karte erhält, bekommt das Recht auf Niederlassung und den Zugang zum Arbeits- markt.


http://www.migration.gv.at


Kickl: Null Punkte für die Rot-Weiß- Rot-Card


Das Punktesystem zur Erlangung der


RWR-Card sei derartig absurd, daß man den Erfindern dieses Unsinns nur „Null Punkte“ geben könne, kommentierte der freiheitliche Generalsekretär Herbert Kickl die „Selbst- beweihräucherungs- Veranstaltung“ der Bun- desregierung.


Abgesehen von diesem absurden Bewer- tungssystem zeige die RWR-Card nur, daß es der Bundesregierung mehr um Zuwande- rer als um die eigene Bevölkerung gehe. So sei etwa der Integrationsstatus kein Kriterium zum Erhalt der Karte, so Kickl. Man schiele von der Wissenschaft bis hin zum Sport, lieber auf ausländische Fachkräfte, statt die eige- nen Potentiale im Land selbst zu fördern.


Westenthaler: Keine Kenntnisse der Deutschen Sprache nötig


„Es ist bemerkenswert, daß die Regie- rung einen Andruck von Karten medial ab- feiert, obwohl man nicht weiß, wo die Reise mit der Rot-Weiß-Rot-Card hingeht“, erklärte BZÖ-Sicherheitssprecher Peter Westenthaler, denn „es läßt Schlimmstes befürchten, wenn vorab etwas gefeiert wird, was sich im Nach- hinein eventuell als völlig unzureichend her- ausstellt.“ Tatsache sei, daß entgegen den Beteuerungen der Regierung die RWR-Card keinesfalls auch auf Kenntnisse der Deut- schen Sprache abzielt, sondern es durch ein skurriles Punktesystem ermöglicht, daß aus- ländische Facharbeiter auch ohne jegliche Sprachkenntnisse in Mangelberufe einwan- dern, kritisierte Westenthaler.


 »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at


9


Foto: BMI / OeSD


Page 1  |  Page 2  |  Page 3  |  Page 4  |  Page 5  |  Page 6  |  Page 7  |  Page 8  |  Page 9  |  Page 10  |  Page 11  |  Page 12  |  Page 13  |  Page 14  |  Page 15  |  Page 16  |  Page 17  |  Page 18  |  Page 19  |  Page 20  |  Page 21  |  Page 22  |  Page 23  |  Page 24  |  Page 25  |  Page 26  |  Page 27  |  Page 28  |  Page 29  |  Page 30  |  Page 31  |  Page 32  |  Page 33  |  Page 34  |  Page 35  |  Page 36  |  Page 37  |  Page 38  |  Page 39  |  Page 40  |  Page 41  |  Page 42  |  Page 43  |  Page 44  |  Page 45  |  Page 46  |  Page 47  |  Page 48  |  Page 49  |  Page 50  |  Page 51  |  Page 52  |  Page 53  |  Page 54  |  Page 55  |  Page 56  |  Page 57  |  Page 58  |  Page 59  |  Page 60  |  Page 61  |  Page 62  |  Page 63  |  Page 64  |  Page 65  |  Page 66  |  Page 67  |  Page 68  |  Page 69  |  Page 70  |  Page 71  |  Page 72  |  Page 73  |  Page 74  |  Page 75  |  Page 76  |  Page 77  |  Page 78  |  Page 79  |  Page 80  |  Page 81  |  Page 82  |  Page 83  |  Page 84  |  Page 85  |  Page 86  |  Page 87  |  Page 88  |  Page 89  |  Page 90  |  Page 91  |  Page 92  |  Page 93  |  Page 94  |  Page 95  |  Page 96  |  Page 97  |  Page 98  |  Page 99  |  Page 100  |  Page 101  |  Page 102  |  Page 103  |  Page 104  |  Page 105  |  Page 106  |  Page 107  |  Page 108  |  Page 109  |  Page 110  |  Page 111  |  Page 112  |  Page 113  |  Page 114  |  Page 115  |  Page 116  |  Page 117  |  Page 118  |  Page 119  |  Page 120