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ÖSTERREICH JOURNAL


NR. 101 / 04. 11. 2011 Personalia Gold für José Carreras


Am Vorabend seines Konzerts im Wiener Konzerthaus wurde der Startenor von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny mit der Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold ausgezeichnet.


im Wiener Rathaus ausgezeichnet: José Carreras erhielt von Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny die Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold. Viele Gäste aus Kultur und Politik sind gekom- men, um diesem besonderen Ereignis beizu- wohnen, unter anderen Ioan Holender, Ro- land Geyer, Liebscher, Jank, Dagmar Koller und Opernfan Herbert Prohaska.


E Verbundenheit zu Wien


„José Carreras hat mit seiner Stimme Millionen Menschen auf der ganzen Welt glücklich gemacht und berührt“, so Mailath- Pokorny bei der Verleihung und hob dabei auch dessen Verbundenheit zu Wien hervor. Seine Engagements in der Staatsoper, im Musikverein und dem Konzerthaus, wie auch Christmas in Vienna seien Beweis dafür. „Die Stadt Wien wird immer die ihre sein“, betonte der Stadtrat, ehe er noch auf den Fußballfan Carreras anspielte: Wenn man von Barcelona komme, sei es nicht schwer Fußballfan zu sein. Wirklich schwer sei es für einen Österreicher, da brauche man eine Portion Leidensfähigkeit. Staatsoperndirektor Dominique Meyer gab in seiner Laudatio einen Überblick über die wichtigsten beruflichen Stationen Carre- ras und würdigte auch besonders dessen soziales Engagement: In einer Welt, in der Mauern errichtet werden, baue José Carreras Brücken und versuche, die Welt besser zu machen.


Er habe so viele wundervolle Erinnerun- gen, Erfahrungen und Emotionen mit Wien, sagte José Carreras erfreut und glücklich in seiner Dankesrede. Er schulde dem Wiener Publikum für seine Emotionen und Anteil- nahme großen Respekt . Er werde Wien im- mer verbunden bleiben, wenn nicht als Sänger, dann als Besucher.


Jose Carreras


wurde 1946 in Barcelona geboren. Ur- sprünglich wollte er Chemie studieren, wur- de aber dann Gesangschüler von Jaime Francesco Puig und Juan Roax in Barcelona. Bereits als zehnjähriger Knabe hatte er in „Il


iner der weltbesten und sympathischsten Tenöre der Welt“ wurde am 13. Oktober


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Startenor José Carreras (l.) und Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny nach der Überreichung der Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold


retablo de Maese Pedro“ von Manuel de Falla die Partie des Trujaman gesungen. Sein offi- zielles Bühnendebüt feierte er 1970 am Teatro Liceo von Barcelona als Flavio in Bellinis „Norma“. 1971 gewann er den Verdi-Concours in Parma.


Seine Karriere wurde durch die berühmte spanische Sopranistin Montserrat Caballé gefördert, nachdem er mit dieser in Barce- lona in Verdis „Nabucco“ und in Donizettis „Lucrezia Borgia“ aufgetreten war. Sein Londoner Debüt gab Carreras 1971 als Lei- cester in Donizettis „Maria Stuarda“; seit 1974 gab er regelmäßige Gastspiele am dorti- gen Covent Garden Opera House. 1972 sang er an der New York City Centre Opera; seit 1974 feierte er große Erfolge an der New Yorker Metropolitan Opera, wo er als Cava- radossi in Puccinis „Tosca“ debütierte. Ab 1974 trat er häufig an der Mailänder Scala auf. Carreras ist ständiger Gast an allen gro- ßen Opernhäusern der Welt. An der Wiener Staatsoper sang Carreras seit 1974; 1983 hatte er hier einen besonderen Erfolg als Ka- laf in „Turandot“ von Puccini. Unvergessen bleiben seine Auftritte als Rudolfo in „La Bohème“ oder auch als Don José mit Agnes Baltsa in der Titelrolle in Bizets Oper „Car- men“. Ab 1976 sang Carreras auch bei den


Salzburger Festspielen. 1987 erkrankte Car- reras schwer an Leukämie. Nach seiner Genesung trat er erstmals wieder 1988 in Barcelona bei einem Freiluftkonzert auf; 150.000 Menschen jubelten ihm zu. Im sel- ben Jahr gründete er den José-Carreras- Leukämie-Fonds, der die Leukämieforschung tatkräftig unterstützt, sich um die Suche nach Spendern für Rückenmarkstransplan- tationen kümmert, sich für eine Verbesse- rung der Infrastruktur in den Spitälern ein- setzt und in dessen Bereich er selbst für kari- tative Zwecke wirbt.


Seit ihrem ersten gemeinsamen Auftritt in den Caracalla-Thermen in Rom anläßlich der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 bildete Carreras gemeinsam mit Plácido Domingo und Luciano Pavarotti „Die drei Tenöre“, die an Großveranstaltungsplätzen wie Stadien, Freiluftbühnen oder Stätten mit historischem Ambiente auftraten und damit die klassische Musik und insbesondere die Oper einem Millionenpublikum näher brachten. 2002 zog sich Carreras von der Opern- bühne zurück, seither absolviert er ca. 50 Kon- zerte pro Jahr, viele davon auch als Wohl- tätigkeitsveranstaltungen zugunsten des von ihm gegründeten Leukämie-Fonds. Tip: http://www.jcarreras.com


 »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at


Foto: Rtahauskorrespondenz / PID


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