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ÖSTERREICH JOURNAL


NR. 101 / 04. 11. 2011 Innenpolitik


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Am 21. Oktober trafen sich die Landeshauptleute mit der Bundesregierung zu einem Arbeitsgespräch im Bundeskanzleramt. Im Bild von rechts: Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ), Vizekanzler Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP), Michael Häupl (Wien, SPÖ), Herbert Sausgruber (Vorarlberg, ÖVP), Hans Niessl (Burgenland, SPÖ), Franz Voves (Steiermark, SPÖ), Gabi Burgstaller (Salzburg, SPÖ), Josef Pühringer (Oberösterreich, ÖVP), Erwin Pröll (Niederösterreich, ÖVP), Günther Platter (Tirol, ÖVP) und Gerhard Dörfler (Kärnten, FPK).


Oberösterreich ganz entscheidend an der Vorbereitung der Materien mitgewirkt hat. „Für den Wirtschaftsstandort ist ein gut funktionierendes, unabhängiges Rechtssy- stem mit kurzer Verfahrensdauer bei höchster Qualität der Entscheidungen von zentraler Bedeutung. Denn das ist ein maßgebendes Kriterium für die Standortwahl von Betrie- ben“, so Pühringer.


Eine kurze Entscheidungsdauer, bedingt durch eine klar und effizient ausgestaltete Be- hördenstruktur bedeutet nicht nur Rechts- sicherheit, sondern macht die Verfahren auch kostengünstiger. Die Konzentration der Ver- fahren vor einer Rechtsmittelinstanz, die für die zweite und letzte Instanz eingerichtet ist, trägt wesentlich zur Verkürzung der Verfah- ren bei. Ausgenommen sind nur jene Rechts- akte, die den eigenen Wirkungsbereich der Gemeinde betreffen. „Die Einführung der Verwaltungsge- richtsbarkeit bedeutet gerade nicht die Schaffung einer teuren zusätzlichen Instanz, vielmehr werden die bisher bestehenden 112 Behörden zusammengefaßt und durch Ver- waltungsgerichte ersetzt. Dadurch wird in einigen Fällen auch der Instanzenzug ver-


kürzt, ohne daß es dabei zu einem Rechts- schutzdefizit kommt“, betonte der Landes- hauptmann.


Eine Konzentration aller bisherigen Be- rufungsverfahren sichert auch höchste Qua- lität und die Etablierung eines One-Stop- Shop-Prinzips. Auf Rechtsmittelebene führt das etwa dazu, daß für die BürgerInnen die Frage nach der Rechtsmittelbehördenzustän- digkeit wesentlich vereinfacht wird und daß einheitliche Ansprechstellen für die Bür- gerInnen gegeben sind:  in erster Instanz die Bezirksverwaltungs- behörde als grundsätzliche Universalbe- hörde der allgemeinen staatlichen Ver- waltung,


 in zweiter Instanz das Landesverwal- tungsgericht.


Mit den Landesverwaltungsgerichten bekom- men die Länder entsprechend den Grund- sätzen eines „echten Föderalismus“ erstmals einen Anteil an der Staatsgewalt Gerichts- barkeit und können so auch in diesem Be- reich Maßstäbe setzen.


Pühringer begrüßt auch das neue Bundes- amt für Asyl und Migration (BAM), obwohl


die Länder in diesem Fall Kompetenzen ab- treten.


Sowohl aus Gründen der Rechtssicher- heit als auch aus verfahrensökonomischen Gründen ist eine Bündelung des Vollzugs der inhaltlichen und verfahrensmäßig höchst komplexen und anspruchsvollen fremden- rechtlichen Materien (Fremdenpolizeigesetz, Asylgesetz, Niederlassungs- und Aufenthalts- gesetz) sinnvoll. Dadurch können effiziente Kompetenzzentren geschaffen werden. Gebo- ten ist dies insbesondere auch vor dem Hin- tergrund der in diesem Bereich regelmäßig notwendigen Zusammenarbeit mit Behörden anderer Länder sowie der Vertretungen. „Selbstverständlich bleibt die Bürger-


nähe – durch die Errichtung von Außenstel- len dieses Bundesamtes in den Bundeslän- dern – erhalten. Darüberhinaus werden die Verfahren kostengünstiger, kürzer und die Rechtsqualität kann aufgrund der Konzen- tration aller fremdenrechtlicher Verfahren bei einer Behörde nochmals gesteigert wer- den. Insgesamt werden mit dieser Bund- Länder-Einigung gewaltige Schritte in der Verwaltungsreform umgesetzt“, so Pührin- ger abschließend.


 »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at


Foto: BKA/HBF / Gunter Pusch


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