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ÖSTERREICH JOURNAL


NR. 101 / 04. 11. 2011 Wirtschaft


Zweistellige Wachstumsraten auch in anderen Warengruppen


Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Agrarausfuhren nach Deutschland ist Frisch- fleisch, von dem wertmäßig Euro 100 Mio. abgesetzt wird. Dabei hatte Rindfleisch von Jänner bis Juni 2011 die höchste Steigerung (+56%) und damit mengenmäßig zu Italien aufgeschlossen. Auch im Bereich Schweine- (+4%) und Geflügelfleisch (+15%) gibt es Steigerungsraten. Ein weiterer Ausbau ist ebenso bei den Fleischzubereitungen (+6%) gelungen. Das entspricht einem Absatzvolumen von rund Euro 111 Mio. Das Segment Wurstwaren und Schinken weist +7% aus, Speck verzeichnet wieder einen kleinen Zuwachs von 3%. Die Einfuhren der gesamten Warengruppe Fleisch- zubereitungen entsprechen allerdings weni- ger als der Hälfte (Euro 54 Mio.) unserer Ausfuhren.


Bei Obst und Gemüse gibt es, laut Miki- novic, trotz der EHEC-Krise im Frühjahr und Sommer nur Gewinner: Denn bei fri- schem Gemüse stieg der Exportwert um +31%, bei frischem Obst um +12%. Auch bei Zubereitungen wurden stolze +27% er- reicht, die sich mit einem Absatzvolumen von Euro 110 Mio. auswirken.


Exporte in neue EU-Länder wachsen überdurchschnittlich


„Sehr hoch“ ist mit 24% auch der Außen-


handel mit den neuen zwölf EU-Mitglieds- ländern ausgefallen. Damit wachsen diese Länder stärker als der gesamte weltweite Handel. „Fast 20% der österreichischen Agrarexporte gehen mittlerweile in die Staa- ten des ehemaligen Ostens“, so Mikinovic. Insgesamt konnten Waren mit einem Volu- men von Euro 827 Mio. abgesetzt werden. Dem stehen Importe im Wert von Euro 633 Mio. gegenüber. „Damit bleibt Österreich die langjährige positive Außenhandelsbilanz erhalten“, erläuterte der AMAMarketing-Ge- schäftsführer. Bedeutendste Warengruppe ist dabei Frischfleisch, mit einem Volumen von über Euro 100 Mio., auch wenn es hier wertmäßig ein Minus von 1,2% gibt. Dafür konnte der Bereich der Fleischzubereitung um 10% auf Euro 29 Mio. im Wert zulegen. Österreich kann auch hier auf eine positive Außehan- delsbilanz verweisen.


Die heimischen Milchprodukte (exkl. Käse) konnten in den neuen EU-Ländern um 12% zulegen und damit den Absatz auf Euro 29 Mio. steigern. Bei Käse ist die bisher konstante Entwicklung im ersten Halbjahr


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v.l.: Michael Blass, Fachverband der Lebensmittelindustrie, und Stephan Mikinovic, AMA Marekting GesmbH


2011 abgeflacht, dennoch beträgt der Um- satz über Euro 13 Mio. Damit wurde eine Ge- samtmenge von fast 5.000 t exportiert, wäh- rend der langjährige Warenfluß von Milch- produkten (meist Funktional Food) nach Österreich vor allem aus Polen rückläufig ist. Dieser Trend setzt sich auch heuer im ersten Halbjahr erneut mit -17% fort. Schöne Steigerungsraten im Wert werden auch in allen Obst- und Gemüsesegmenten verzeichnet: bei frischem Gemüse +18%, bei frischem Obst sogar +37%.


Ungarn rückt im weltweiten Exportranking auf Platz 3 vor


Mit +43% sind die Steigerungsraten im Export nach Ungarn so hoch ausgefallen, wie nie zuvor. Österreich hat in diesem Halbjahr um +43% mehr Waren zum öst- lichen Nachbarn geliefert (Wert: Euro 224 Mio.), womit Ungarn in der Exportstatistik auf Platz drei vorrückt. Weitere wichtige Bezieher österreichischer Agrarprodukte sind die Slowenen (Euro 158 Mio.; +11%), gefolgt von den Tschechen (Euro 146 Mio.; +20%).


Deutschland bleibt aber weltweit der


wichtigste Abnehmer von österreichischen Frischeprodukten wie Käse, Milch, Obst und Fleischzubereitung. Die größten Mengen an Rind- und Schweinefleisch führt hingegen Italien als langjähriger und verläßlicher Partner ein. Ferner kristallisieren sich immer mehr neue Länder in der EU wie die Nieder- lande, Griechenland und Spanien als Lieb- haber größerer Mengen des österreichischen Genusses ab. Auch ferne Märkte wie Süd-


korea, Japan und auch China entdecken die Qualität unserer Lebensmittel. „Unsere Pro- dukte haben einen hohen Stellenwert in die- ser Welt, verfügen über absolutes Vertrauen und überzeugen durch ihren natürlichen Geschmack und beste Qualität. Das wird zunehmend von den Konsumenten gefragt“, nennt Mikinovic auch die Gründe für diesen Erfolg.


Heimische Lebensmittelindustrie legt im Exportwert um 20% zu


Nach dem verheerenden Umsatzeinbruch in den Krisenjahren 2008 bis 2010 ist auch in der österreichischen Lebensmittelindustrie nun „Entspannung“ eingekehrt. Die Produk- tion sei im ersten Halbjahr 2011 um 10%, die Exporte wertmäßig um 20% gesteigert worden. Angesichts sinkender Anteile der Lebensmittel an den monatlichen Haushalts- ausgaben und einer weiteren Konzentration im heimischen Lebensmittelhandel mit zunehmenden Preisschlachten und einem Eigenmarken-Boom sei es nicht verwunder- lich, daß mittlerweile zwei Drittel der Waren in den Export gehen und der Heimmarkt nur mehr zweitrangig sei, informierte Blass vom Fachverband. Wichtigste Exportdestinatio- nen für Waren des Zollkapitels 16 bis 24 sind Deutschland, Italien, die USA, Großbritan- nien, Schweiz und Ungarn. Ziel sei es, bis 2015 den Anteil der Agrar- und Lebens- mittelprodukte am Gesamtexport auf 10% zu erhöhen, so Blass. „Im Vorjahr lag dieser Wert bei 7,1%, was uns optimistisch stimmt, unser Ziel zu erreichen.“


http://www.ama-marketing.at »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at


Foto: AMA/APA/Strasser


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