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ÖSTERREICH JOURNAL


NR. 101 / 04. 11. 2011 Wirtschaft


Scharfer Auftragseinbruch in Österreichs Industrie


Bank Austria EinkaufsManagerIndex setzt zum zweiten Mal in Folge Talfahrt unter die Wachstumsgrenze von 50 Punkten fort und liegt im Oktober bei 48 Punkten.


D


ie Industrie, der Motor der wirtschaft- lichen Erholung der vergangenen zwei Jahre, beginnt immer stärker zu stottern. „Der Bank Austria EinkaufsManagerIndex ist im Oktober um weitere 0,7 Punkte gesun- ken. Mit einem Wert von 48 liegt der Indi- kator den zweiten Monat in Folge unter der Wachstumsgrenze von 50 Punkten“, erläu- tert Bank Austria Chefökonom Stefan Bruck- bauer das in einem Wert zusammengefaßte Ergebnis der monatlichen Umfrage zur Kon- junkturlage in Österreichs Industrie. „Haupt- grund für die Verschlechterung des Ge- schäftsverlaufs gegenüber dem Vormonat ist der starke Einbruch im Neugeschäft, der sich in abnehmenden Auftragspolstern, sinken- den Einkaufspreisen und einer verringerten Einkaufsmenge widerspiegelt. Die Produk- tionsleistung wurde weiter zurückgefahren, dennoch hat sich die Beschäftigung leicht erhöht“, beschreibt Bruckbauer die aktuelle Lage in der Industrie.


Die österreichische Industrie wurde im Oktober mit deutlichen Nachfrageeinbußen konfrontiert. Ursachen hierfür sind die wach- sende Verunsicherung der Wirtschaftsakteu- re durch die europäische Staatsschuldenkrise und die zunehmenden Konjunktursorgen. Diese Faktoren haben den Rückgang des Bank Austria EinkaufsManagerIndex maßgeblich beeinflußt. „Da die Kunden ihre Investi- tionsentscheidungen aufgrund der unsiche- ren Rahmenbedingungen mehr und mehr verschieben, haben die heimischen Indu- striebetriebe massive Auftragseinbrüche hin- nehmen müssen. Sowohl die Nachfrage aus dem In- als auch aus dem Ausland sank so stark wie zuletzt vor zweieinhalb Jahren“, meint Bruckbauer.


Infolge des schwächeren Neugeschäfts haben die Industriebetriebe im Oktober aber- mals die Produktionsleistung zurückgefah- ren. „Das Tempo der Produktionsrücknahme hat sich im Oktober etwas verlangsamt. Die Unternehmen konzentrierten sich darauf, die Auftragsbestände abzuarbeiten. Die Auftrags- polster sind dadurch jedoch so stark gesun- ken wie seit dem Frühjahr 2009 nicht mehr“, sagt Bank Austria Ökonom Walter Pud-


schedl. Die schwächere Nachfrageentwick- lung in der Industrie zeigt sich deutlich in den aktuellen Preistrends. „Im Oktober san- ken erstmals seit rund zwei Jahren sowohl


schätzung der Ökonomen der Bank Austria im Durchschnitt im Oktober neutral. „Obwohl der Bank Austria Einkaufs- ManagerIndex die Fortsetzung der Talfahrt


Bank Austria Konjunkturindikator Österreich


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die Einkaufs- als auch die Verkaufspreise“, so Pudschedl. „Die niedrigere weltweite Nachfrage reduzierte die Einkaufspreise für Vormaterialien und Rohstoffe, insbesondere vieler Metalle aber auch von Energie. Gleich- zeitig kamen die Verkaufspreise wegen des Überangebots und der daraus resultierenden schwächeren Preismacht der Produzenten unter Druck.“ Der Einfluß der Preisänderun- gen im Ein- und Verkauf auf die Ertragslage der heimischen Unternehmen war nach Ein-


Österreich Konjunkturprognose


Wirtschaftswachstum (real, Vdg. z. Vorjahr) Privater Konsum(real, Vdg. z.Vorjahr in%) Investitionen(real,Vdg. z. Vorjahr in%)*) Inflationsrate(Vdg. zumVorjahr in%) Arbeitslosenquote(nationaleDefinition) Beschäftigung(Vdg. zumVorjahr in%)**) Öff.Haushaltssaldo (in%desBIP)


2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 3,7


1,8 0,5 1,5 6,3 1,7


-1,6


3,7 0,9 3,6 2,2 6,2 2,1


-0,9


*) Bruttoanlageinvestitionen **) ohne Karenzgeldbezieher, Präsenzdiener und Schulungen Quelle: Bank Austria Economics & Market AnalysisAustria


»Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at


1,4 0,8 0,7 3,2 5,9 1,7


-0,9


-3,8 -0,3 -8,6 0,5 7,2


-1,5 -4,1


2,3 2,2 0,1 1,9 6,9 0,8


-4,6


3,3 0,7 5,0 3,2 6,6 1,8


1,4 0,8 2,1 2,2 6,4 0,9


-3,3 -300


für Oktober anzeigt, ist die heimische Industrie noch in einer guten Verfassung. Als Folge der günstigen Konjunkturentwicklung der vergangenen zwei Jahre sind die Auf- tragsbestände trotz Rückgängen weiter auf einem guten Niveau und die Auslastung der heimischen Industrie ist hoch“, meint Bruck- bauer.


Das hat sich im Oktober auch darin ge- zeigt, daß im Sektor, unterstützt durch die Bestrebung, unerledigte Aufträge rascher


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