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ÖSTERREICH JOURNAL


NR. 101 / 04. 11. 2011 Wirtschaft


lust mit einer anschließenden konjunkturel- len Schwächephase von mindestens zwei Quartalen Dauer bevor“, so IV-Chefökonom Christian Helmenstein.


Erstmals seit zehn Quartalen ist bei den Auftragsbeständen wieder ein Rückgang im Vergleich zum Vorquartal (+46 Punkte nach zuvor +56 Punkten) zu verzeichnen. Zu- gleich hat sich der Anteil der Unternehmen mit einem unzureichenden Auftragsbestand von 3 % auf 6 % erhöht. Die Auftragsreich- weite nimmt insbesondere bei den Auslands- aufträgen rasch ab – die Unsicherheit im in- ternationalen Umfeld schlägt auf die Auf- tragsbestände aus dem Ausland durch (Saldo +35 nach +56 im Vorquartal), während die Investitionskonjunktur im Inland noch deut- lich abgeschwächt anhält.


Die einerseits noch solide doch schwä-


chere Auftragslage und die andererseits erheblich eingetrübten Konjunkturerwartun- gen führen auf Sicht des vierten Quartals zu einem Nullsaldo bei den Produktionserwar- tungen. Bestehende Aufträge werden abge- arbeitet, für Produktionsausweitungen feh- len die Auftragsperspektiven, zumal sich der in den Büchern stehende Auftragsbestand als korrekturanfällig erweisen könnte. In Übereinstimmung mit den statischen Produktionsaussichten kommt der Beschäfti- gungsaufbau in der Industrie zum Stillstand. Während die Einstellungsneigung ange- sichts des Fachkräftemangels kaum zurück- gegangen ist – 20 % der Unternehmen trach- ten weiterhin nach einer Ausweitung ihres Beschäftigtenstandes – rechnet mit 19 % ein nahezu ebenso großer Anteil der Unterneh- men mit Stellenstreichungen. Wie es sich schon während der Großen Rezession in den Jahren 2008 und 2009 andeutete, wird die Beschäftigung in der Industrie dennoch trotz einer Wachstumsrate weit unterhalb der bis- her üblichen Beschäftigungsschwellen vor- aussichtlich insgesamt weitgehend gehalten werden.


Aufgrund der im dritten Quartal noch hohen Kapazitätsauslastung bewegte sich die Ertragslage in der Industrie trotz anhal- tend hohen Kostendrucks im vergangenen Quartal bei einem Wert von +31 Punkten (nach zuvor +36 Punkten) auf konjunkturel- lem Normalniveau, vergleichbar dem Ni- veau des ersten Halbjahres 2006, während in Hochkonjunkturphasen typischerweise Sal- den in Höhe von +50 Punkten erreicht wer- den.


Auf der Erlösseite wird es den Unterneh- men vor dem Hintergrund der Wachstums- abschwächung in den kommenden Monaten


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im Durchschnitt kaum möglich sein, über steigende Verkaufspreise (Saldo +3 nach +1) Kostenüberwälzungen oder Ertragsverbesse- rungen zu erreichen.


Auf Sicht von sechs Monaten bilden sich die Ertragserwartungen der Unternehmen dementsprechend nicht nur zum dritten Mal in Folge zurück, sondern unisono mit der Erwartungskorrektur bei dem zukünftigen Geschäftsverlauf dreht der Saldo von +11 Punkten auf -8 Punkte. Aus den sich ver-


schlechternden Finanzierungsbedingungen erwächst zugleich das singulär größte Risiko für den mittelfristigen Konjunkturverlauf: eine geringere Selbstfinanzierungskraft in Verbindung mit sich verschlechternden Fi- nanzierungsbedingungen, sowohl hinsicht- lich der Kreditverfügbarkeit als auch der Konditionen, droht als Investitionsbremse zu wirken und damit das Potentialwachstum der österreichischen Wirtschaft nachhaltig zu schwächen.





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