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ÖSTERREICH JOURNAL


NR. 101 / 04. 11. 2011 Wirtschaft


Konjunktureller Wetter- umschwung in der Industrie


IV-GS Neumayer: Zunehmende konjunkturelle Störfaktoren fordern ihren Tribut – Erneuter konjunktureller Fadenriss jedoch unwahrscheinlich


rwartungsgemäß hat sich der Auf- schwung in der österreichischen Industrie im dritten Quartal deutlich abgeschwächt. Der Wert des Konjunkturbarometers der Industriellenvereinigung (IV), welches als Mittelwert aus den Beurteilungen der gegen- wärtigen Geschäftslage und der Geschäfts- lage in sechs Monaten bestimmt wird, halb- iert sich von +35 Punkten im Vorquartal auf nunmehr +17 Punkte. „Einerseits reflektiert das Ergebnis der aktuellen Konjunkturum- frage die Normalisierung des Geschäftsgan- ges in dem Moment, da die Produktionsein- bußen der Jahre 2008 und 2009 nahezu wett- gemacht sind, andererseits fordern die seit Jahresbeginn erheblich an Zahl und Gewicht zunehmenden konjunkturellen Störfaktoren ihren Tribut“, faßt der Generalsekretär der IV, Christoph Neumayer, das Hauptergebnis der Konjunkturumfrage der IV zum 3. Quartal 2011 zusammen. In den vergangenen Wochen trug die vor dem Hintergrund der US-amerikanischen und europäischen Staatsschuldenkrise erneut aufflammende Risikoaversion auf den Fi- nanzmärkten zusätzlich zur erheblichen Ein-


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IV-Generalsekretär Christoph Neumayer (re) und IV-Chefökonom Christian Helmen- stein bei der Präsentation der Konjunkturumfrage


trübung der Konjunkturerwartungen bei. „Auf der Grundlage des aktuellen Datenkran- zes erscheint ein erneuter konjunktureller Fa- denriß jedoch unwahrscheinlich. Sieht man von meteorologischen und institutionellen Unwägbarkeiten ab, wird der Aufschwung in den kommenden beiden Quartalen voraus- sichtlich eher pausieren als in eine neuerli- che Rezession münden“, so Neumayer.


Die Ergebnisse im Detail


Angefangen von den hohen Notierungen bei Rohöl und Industriemetallen über die Erdbebenkatastrophe in Japan und ihre Fol- gen, die damit nur zum Teil in Zusammen- hang stehende Abschwächung des Welt- handels bis zum Wiedereintritt in eine Phase geldpolitischer Straffung infolge höherer In- flationsraten war der konjunkturelle Gegen- wind in den vergangenen Monaten beträcht- lich. Dennoch berichtet rund die Hälfte der Unternehmen, exakt 53 %, von einem noch guten Geschäftsverlauf im zurückliegenden dritten Quartal. Mit einem schlechten Ge- schäftsgang waren hingegen nur 3 % der Un- ternehmen konfrontiert, sodaß sich die Ein- schätzung der derzeitigen Geschäftslage in der Industrie mit +50 Punkten lediglich um zwei Punkte gegenüber der Sommererhe- bung zurückgebildet hat.


In scharfem Kontrast hiezu fällt die Er- wartungskomponente mit Sechs-Monats- Horizont von +18 Punkten zuvor weit in ne- gatives Territorium auf einen Wert von -16 Punkten und damit auf das Niveau des ersten Quartals 2009 ab. „Wenngleich die kom- menden Quartale zumindest nach europäi- scher Definition kein Abgleiten in die Rezession erwarten lassen, reflektiert dieser Einbruch nicht mehr nur eine Abschwä- chung des konjunkturellen Expansionstem- pos. Vielmehr steht ein scharfer Tempover-


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Foto: PDI


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