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ÖSTERREICH JOURNAL


NR. 101 / 04. 11. 2011 Wirtschaft


zierte arbeitslose junge Menschen bedarfs- gerecht für einen Arbeitsplatz qualifiziert. Des weiteren wird es Lehrlingscoachings ge- ben, um Drop Outs zu vermeiden. Hier wer- den Beratungs- und Unterstützungsleistun- gen für Lehrlinge und Unternehmen ange- boten.


Zusätzlich wird es noch diesen Herbst ein Paket zur Frauenförderung geben. Die Ein- gliederung von 1500 älteren Frauen in ein reguläres Dienstverhältnis wird mit fünf Millionen Euro gefördert. Für 4000 Wieder- einsteigerinnen wird es nach der Kinderbe- treuung Kursangebote unter dem Motto „Wiedereinstieg mit Zukunft“ geben. Wei- ters soll die Qualifizierung Frauen für tech- nische und handwerkliche Berufe forciert werden. Das Ziel: Eine Steigerung von 20 Prozent. „Dieser Schwerpunkt wird auch 2012 weitergeführt“, betonte Hundstorfer. Auch bewährte Maßnahmen werden


weitergeführt. Im Rahmen der Ausbildungs- garantie stehen 2011/2012 Plätze für 12.300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Verfü- gung. Auch von den Produktionsschulen pro- fitieren rund 2000 Jugendliche. „Dieses Sy- stem hat sich sehr bewährt. Wir haben eine sehr hohe Vermittlungsquote in reguläre Arbeitsverhältnisse“, so Hundstorfer. Die erfolgreichen Maßnahmen haben zu einer Rekordbeschäftigung in Österreich ge- führt. „Wir sind weiter Europameister was den Kampf gegen Arbeitslosigkeit betrifft und wir haben den höchsten Zuwachs an Beschäf- tigung. Wir hatten noch nie so viele Men- schen in Beschäftigung“, so Hundstorfer. Der Erfolgskurs wird konsequent weitergeführt.


Förder- und Qualifikationsoffensive für mehr Fachkräfte


Angesichts des demographischen Wan- dels und des Fachkräftebedarfs der Betriebe lanciert Mitterlehner eine Förder- und Qua- lifikationsoffensive im Bereich der Lehre. „Wir wollen unsere Ressourcen effizienter einsetzen und neue Zielgruppen für die Leh- re begeistern, um die Zahl der Lehrabschluß- prüfungen langfristig um 10.000 zu erhöhen. Dafür wollen wir auch die Drop-Out-Quote halbieren, unter anderem durch ein neues Coaching-Programm für Betriebe und Lehr- linge“, erklärte Mitterlehner. Im Rahmen eines Pilotprojekts wird beispielsweise 2012 ein Programm etabliert, das mit qualifizier- tem Personal Lehrlinge und Ausbildungs- betriebe bei Problemen unterstützt. Dazu zählen etwa Rechtsberatung und Förderbera- tung, aber auch Mediation und Kriseninter- vention. Zusätzlich werden für zehn Zu- kunftsberufe neue Leitlinien erstellt, die ins- besondere erstmals in die Lehre einsteigende Betriebe bei der Ausbildung unterstützen. Denn im Vorjahr haben 22.000 von insge- samt 129.900 Lehrlingen ihre Lehre abge- brochen oder haben andere Schwerpunkte gesetzt. Davon haben 5700 ihre Lehre in der Probezeit abgebrochen, 4800 durch einver- nehmliche Lösung, knapp 1600 Lösungen erfolgten durch den Lehrbetrieb, rund 5300 durch die Lehrlinge und 4600 traten die Lehre nicht an bzw. wählten einen anderen oder gar keinen weiteren Bildungsweg. Basis der Reform ist eine Novelle des Be- rufsausbildungsgesetzes (BAG), die Anfang 2012 in Kraft treten soll. Parallel dazu erlas-


sen Wirtschafts- und Sozialminister im Ein- vernehmen neue Förderrichtlinien, mit denen allein 2012 rund 11,5 Millionen Euro zielge- richtet und unbürokratisch für die Lehrlings- förderung eingesetzt werden können.


Neuer Bonus für Meisterprüfungen und Auslandsaufenthalte


Auf Initiative Mitterlehners wird es zudem eine neue finanzielle Unterstützung für Meisterprüfungen geben, um noch mehr Fachkräfte dazu zu motivieren, ihre Quali- fikation nachhaltig zu steigern. Das Wirt- schaftsministerium übernimmt künftig im Falle des Bestehens ein Drittel der Prüfungs- gebühren, wofür allein 2012 rund zwei Mil- lionen Euro reserviert sind, zum Jahresende 2012 wird die Maßnahme evaluiert. Nach erfolgreich abgelegter Meisterprü- fung erhält der frischgebackene Meister auf Antrag vom Wirtschaftsministerium ein Drit- tel der Prüfungsgebühr rückerstattet, was zwi- schen 132 und 142 Euro ausmachen wird. Die entsprechenden Anträge können ab dem 1. Jänner 2012 gestellt werden, allerdings auch schon für jene Meisterprüfungen, die ab 1. November 2011 bestanden worden sind. Die Auszahlung erfolgt dann rückwirkend auf Antrag.


Um künftig mehr Betriebe zu motivieren, ihren Lehrlingen einen Auslandsaufenthalt zu ermöglichen, wird es auch in diesem Be- reich ab 2012 eine zusätzliche Förderung geben: Der heimische Ausbildungsbetrieb soll in jener Zeit, in der der Lehrling im Aus- land unterwegs ist, die Lehrlingsentschädi- gung ersetzt bekommen.


 Unternehmensgründungen: Österreich liegt gut im Rennen Ö


sterreich liegt bei den Unternehmens- gründungen gut im Rennen“, erklärte Elisabeth Zehetner, Bundesgeschäftsführe- rin des Gründerservice in der Wirtschafts- kammer Österreich (WKÖ), anläßlich einer am 20. Oktober von der Weltbank veröffent- lichten Untersuchung zum „Geschäftsklima- Ranking“. Demnach liege Österreich im Bereich der Neugründungen weltweit nur auf Platz 134. Eine Platzierung, die Zehetner so nicht stehen lassen will: „Die veröffent- lichten Ergebnissen beziehen sich aus- schließlich auf GmbH-Gründungen, die aber in Österreich nur einen kleinen Teil der Neu- gründungen ausmachen“, stellt Zehetner rich- tig. In Österreich werden ca. 80 Prozent aller Unternehmen als Einzelunternehmen gegrün- det, nur 10 Prozent aller Neugründungen


sind GmbHs. Das sei wie Äpfel mit Birnen vergleichen, so Zehetner, die sich einen län- derweiten Vergleich der Gründerstrukturen als seriösen Maßstab wünschen würde. Der Rückgang der GmbHs in Österreich wird bei den Halbjahresergebnissen für Gründungen 2011 deutlich: Waren es im ersten Halbjahr 2010 noch 11,5 Prozent, so machte diese Rechtsform von Jänner bis Juni 2011 nur mehr 10,2 Prozent (1.542 GmbHs) aus. 1993 machte der Anteil der GmbHs an den Neugründungen noch 26 Prozent aus. Dieser Rückgang ist umso bedauerlicher, als die WKÖ seit über drei Jahren auf die Ein- führung der „GmbH light“ drängt. „Eine umfassende GMBH-Reform muß neben der Senkung des Mindeststammkapitals von 35.000 auf 10.000 Euro auch die Abschaf-


fung der Notariatsaktspflicht für den GmbH- Vertrag und Abschaffung der Veröffentli- chungspflichten im Amtsblatt zur Wiener Zeitung beinhalten“, erklärt Zehetner. Nur mit einer solchen vereinfachten und günsti- geren Gründung dieser Rechtsform könne man die Entwicklung umkehren. „Wir for- dern daher eine rasche Umsetzung dieses Punktes, der ja bereits im Regierungspro- gramm verankert ist“, so Zehetner. Einzelunternehmen können in Österreich rasch und unbürokratisch in 15 Minuten gegründet werden. Dafür steht das Gründerservice der WKO mit österreichweit über 90 Standorten als Anlaufstelle Nummer eins für Gründer zur Verfügung, so Zehetner abschließend.


http://www.gruenderservice.at »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at


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