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ÖSTERREICH JOURNAL


NR. 101 / 04. 11. 2011


»Burgenland Journal« Viele Menschen jubelten in den folgen-


den Wochen unter dem Motto: „Ein Volk, ein Reich, ein Führer!“ Es schien, als wären alle Bevölkerungsgruppen von dieser Welle er- faßt: Deutsche, Kroaten und Magyaren.


Propaganda und die Abstimmung am 10. April 1938


Die Propaganda war großgeschrieben. Durch riesige Aufmärsche sollte die Bevöl- kerung beeindruckt werden. Funktionäre der


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wurden zusammengelegt. Der Bezirk Güs- sing kam fast zur Gänze an den Bezirk Für- stenfeld und der Bezirk Jennersdorf wurde auf die steirischen Bezirke Fürstenfeld und Feldbach aufgeteilt.


Für den 10.April 1938 wurde die Bevöl- kerung des Deutschen Reiches, also auch die Österreicher, aufgerufen, über den Anschluß zu entscheiden. Eine ungeheuerliche Propa- gandawelle erfaßte Österreich.


Bundeskanzler Schuschnigg ruft die Österreicher in einer flammenden Rede auf: »Bis in den Tod Rot-Weiß-Rot«. Das Foto zeigt ihn während eines Besuchs in Güssing.


Großkundgebung der Nationalsozialisten in Jennersdorf (März 1938)


In Österreich wurde alles unternom- men, um die Abstimmung »Für Öster- reich« entsprechend vorzubereiten.


Burgenland wird nationalsozialistisch


Am Morgen des 11. März 1938 wurde von der NSDAP Wien um 5 Uhr früh „grünes Licht“ an die Bundesländer gegeben. Der Gauleiter der burgenländischen NSDAP, Tobias Portschy, ließ alle Ortsgruppen alar- mieren. Große Sternmärsche sollten nach Eisenstadt und Oberwart führen. Eisenstadt glich an diesem Tage einer Fe- stung. Polizei. Militäreinheiten und Front- miliz sicherten wichtige Punkte der Stadt. In Oberwart fand stundenlang eine riesi- ge Demonstration statt. Nach Angaben der NS-Presse waren 20.000 Menschen daran beteiligt. Auch in anderen Bezirksvororten kam es zu größeren Aktionen durch die Nationalsozialisten. Etliche Bürgermeister- ämter wurden besetzt. Portschy selbst ergriff die Macht im Eisenstädter Landhaus. Am 12. März 1938 begann in den Mor- genstunden der Einmarsch der deutschen Wehrmacht. Er wurde zum Triumphzug für Adolf Hitler. Einen Tag später, am 13. März, vollzog Hitler den „Anschluß“ Österreichs an das Deutsche Reich.


Parteiorganisationen wurden dabei auf die Ziele der Partei eingeschworen. Die Abstimmung wurde zu einem riesi- gen Erfolg für Hitler gemacht. 99,6 Prozent der Bevölkerung stimmten mit „Ja“. Doch diese Abstimmung ist nicht als echte gehei- me Wahl anzuerkennen. Gegner des NS- Regimes wurden von vornherein von der Wahlbeteiligung ausgeschlossen. Die Wähler selber wurden dazu aufgefordert, öffentlich abzustimmen. Kaum jemand getraute sich mit „Nein“ zu stimmen. Im Burgenland gab es lediglich 63 „Nein“-Stimmen von etwa 171.000 gültig abgegebenen Stimmzetteln.


Es gibt kein Burgenland mehr


Bereits im Mai 1938 befaßte man sich mit einer Neueinteilung der österreichischen Bundesländer. Diese Neueinteilung trat im Oktober 1938 in Kraft. Dabei wurden ver- schiedene Bundesländergrenzen verändert. Das Burgenland selbst wurde aufgeteilt. Die Bezirke Neusiedl/See, Eisenstadt, Matters- burg und Oberpullendorf kamen an den Gau Niederdonau (=NÖ), die Bezirke Oberwart, Güssing und Jennersdorf an den Gau Steier- mark. Der Bezirk Neusiedl/See wurde an den Bezirk Bruck a. d. Leitha angeschlossen. Die Bezirke Eisenstadt und Mattersburg


Kriegswirtschaft Die Arbeitswelt wurde nach dem An- schluß Österreichs an das Deutsche Reich auf Kriegswirtschaft umgestellt. Die Arbeits-


»Großdeutscher Tag« in Güssing am 9. April 1938. Vor dem Hauptschul- gebäude wird zu Ehren Adolf Hitlers eine Eiche gepflanzt. Solche »Hitler- Eichen« gab es in vielen burgenländi- schen Orten.


»Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at


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