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ÖSTERREICH JOURNAL


NR. 101 / 04. 11. 2011 Österreich, Europa und die Welt


Es ist eine besondere Chance, dem Dialog von Religionsgemeinschaften und Weltan- schauungen ein kontinuierliches Fundament mit klaren Strukturen und Regeln zu geben. Die Ansiedlung in Wien ist ein schöner Er- folg für Österreich und Ausdruck der Aner- kennung unserer langjährigen Dialogtradi- tion“, so Spindelegger weiter.


Das Direktorium des Zentrums wird sich


aus Vertretern der fünf Weltreligionen – Judentum, Christentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus – zusammensetzen. Jedoch sind auch andere Glaubensrichtungen dazu einge- laden sich zu beteiligen. Auch sind enge Ko- operationen mit Nichtregierungsorganisatio- nen und die Zusammenarbeit mit ExpertIn- nen in Österreich und international geplant. Mit dem Beitritt weiterer Staaten und inter- nationaler Organisationen wird gerechnet. Die Strukturen des Zentrums sind dabei be- wußt so angelegt, daß keine der vertretenen Religionen dominiert oder ihre Sichtweise durchsetzen kann. Entscheidungen werden gemeinsam getroffen. „Es ist ein Zentrum der Weltreligionen und kein privates Mis- sionszentrum. Es kann nicht als Propaganda- zentrum für einen Vertragsstaat oder für ein-


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v.l.: Der Präsident des päpstlichen Rates für interreligiösen Dialog, Kardinal Jean- Louis Taurander, der saudi-arabische Außenminister, Prinz Saud Al Faisal, Außen- minister Michael Spindelegger und die spanische Außenministerin Trinidad Jimenez


zelne religiöse Richtungen mißbraucht wer- den“, stellte der Außenminister klar. Auch der Heilige Stuhl, der bei der Un- terzeichnung unter anderem durch den Leiter


des Päpstlichen Rates für interreligiösen Dia- log, Kardinal Jean-Louis Tauran, vertreten war, bekundete Interesse, Beobachterstatus zu haben und aktiv mitzuarbeiten.


 Bilaterale Beziehungen zwischen Saudi-


Arabien und Österreich auf solide Basis stellen Memorandum of Understanding in Wien unterzeichnet


König Abdullah Zentrum für Interreligiösen und Interkulturellen Dialog traf Vizekanzler und Außenminister Michael Spindelegger mit dem saudischen Außenminister Prinz Saud Al Faisal zu Gesprächen zusammen. Im Mittelpunkt des Treffens stand die Unterzeichnung eines Memorandum of Un- derstanding über die Aufnahme politischer Konsultationen zwischen den Außenministe- rien beider Staaten: „Im politischen, kultu- rellen und wirtschaftlichen Bereich verfügen unsere beiden Länder bereits über gute und belastbare bilaterale Beziehungen. Mit der heutigen Unterzeichnung des Memorandum of Understanding wollen wir sie für die Zu- kunft weiter stärken“, verwies Spindelegger unter anderem auf die gemeinsame Initiative Saudi-Arabiens, Spaniens und Österreichs zur Gründung des Dialog-Zentrums in Wien. Gegenstand des Gesprächs war auch der Iran: „Mit seinem Nuklearprogramm stellt der Iran eine Gefahr für die Stabilität in der


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m Vorfeld der Unterzeichnung des Grün- dungsabkommens für das „Internationale


gesamten Region dar. Die Medienberichte über ein angeblich geplantes Attentat in Washington zeigen erneut, welch enorme Spannungen bestehen. Eine nachhaltige Ent- spannung wird nur über den Verhandlungs-


weg gelingen, wenn der Iran endlich der Forderung der internationalen Gemeinschaft zur Wiederherstellung des Vertrauens in sein Nuklearprogramm nachkommt“, so Spindel- egger.


Prinz Saud Al Faisal und Außen- minister Michael Spindelegger


Auch die Wirtschaftsbeziehungen beider Länder waren Thema der Unterredung: „Saudi-Arabien hat die weltweite Wirt- schafts- und Finanzkrise bisher gut gemei- stert und ist der wichtigste Handelspartner Österreichs im Nahen Osten. Allein im ersten Halbjahr dieses Jahres übersteigt der bilaterale Handelsaustausch mit 489 Millio- nen Euro bereits jenen des gesamten Vor- jahres“, bilanzierte der Außenminister. Anläßlich des Treffens verwies der Mi- nister darauf, daß Österreich und Saudi- Arabien im Menschenrechtsbereich zum Teil grundsätzlich unterschiedliche Ansätze ver- treten. „Es ist aber Zeichen der Qualität einer Zusammenarbeit, daß man solche Themen auch bilateral offen ansprechen kann. Das betrifft etwa die Todesstrafe und die Rechte der Frauen“, so Spindelegger.


 »Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at


Foto: BMeiA / Bernhard J. Holzner © HOPI-MEDIA


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