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ÖSTERREICH JOURNAL


NR. 101 / 04. 11. 2011 Österreich, Europa und die Welt


Gemeinsam gegen Menschenhandel


Österreichische Task Force zum EU-Tag:»Der umfassende Schutz der Opfer ist oberste Priorität.«


enschenhandel ist wohl eine der schlimmsten Menschenrechtsverlet- zungen unserer Zeit. Leider sind insbesonde- re Frauen und Mädchen davon betroffen. Menschenhandel hat also auch einen klaren Gender-Aspekt, der verstärkt beleuchtet werden muß“, sagte Frauenministerin Ga- briele Heinisch-Hosek am 17. Oktober bei der Eröffnung der Veranstaltung der von der Bun- desregierung eingerichteten „Task-Force Menschenhandel“ anläßlich des Tages der Europäischen Union zur Bekämpfung des Menschenhandels. „Frauen sind weltweit noch stärker als Männer von Armut und Perspektivlosigkeit betroffen und werden so noch leichter zu Opfern. Daher müssen wir ihnen mit Initiativen zur Bekämpfung des Menschenhandels die realistische Aussicht eröffnen, dem Teufelskreis von Armut, Miß- brauch und Ausbeutung zu entkommen.“ In den letzten Jahren habe das kriminelle Geschäft durch die Globalisierung eine neue, noch größere Dimension erhalten. Die UNO schätzt den jährlichen Profit auf 32 Mil- liarden Dollar und rechnet mit rund 2,4 Mil- lionen Opfern. Rund 80 Prozent der Opfer seien Frauen und Kinder. „Wie kommen wir in Österreich im Kampf gegen den Menschenhandel voran? Österreich hat im Jahr 2006 – als zweiter Staat – die Europaratskonvention gegen den Menschenhandel ratifiziert. 2010 wurde das Land vom Kontrollgremium GRETA über- prüft, das uns ein gutes Zeugnis ausgestellt hat: Hervorgehoben werden vor allem unse- re Bemühungen zur Prävention von Men- schenhandel“, so Heinisch-Hosek weiter. „Gewürdigt werden auch die Rolle der Task- Force sowie der mit der Interventionsstelle für Betroffene des Frauenhandels LEFÖ ab- geschlossene Vertrag zur Opferunterstützung. Das freut mich als Frauenministerin, als ge- meinsam mit der Innenministerin dafür zu- ständiges Regierungsmitglied, natürlich be- sonders.“ Der Verein LEFÖ habe im Vorjahr 233 Frauen weitergeholfen. Zudem seien regional Round Tables ein- berufen worden, um die Wege der Menschen- händler zu analysieren und auch, um sich mit


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»Gemeinsam gegen Menschenhandel«. Im Bild (v.l.): Botschafterin Elisabeth Tichy- Fisslberger, Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek, Staatssekretär a.D. Hans Winkler (Direktor der Diplomatischen Akademie), Staatssekretär Waldner, Sozialminister Rudolf Hundstorfer und Staatssekretär Sebastian Kurz


den Nachbarländern zu koordinieren. Dabei sei neben dem Augenmerk auf die Prosti- tution auch verstärkt die Aufmerksamkeit auf die Arbeitsausbeutung gelegt worden. „Es geht aber auch um die Verbesserung der Erkennung von Opfern und deren Unterstüt- zung“, sagte die Frauenministerin. „Frauen verschwinden oft in privaten Haushalten oder in Schuldknechtschaft in Landwirtschaft oder Gastronomie, Kinder werden an Pornoin- dustrie und in illegaler Adoption verkauft oder werden zu Bettelei und Diebstahl genö- tigt.“


Abschließend dankte die Ministerin der Leiterin der Task Force Menschenhandel, Botschafterin Elisabeth Tichy-Fisslberger, und der Gesandten Regine Rusz für die Or- ganisation dieser Veranstaltung und die ge- lungene Wanderausstellung „Menschenhan- del – die Sklaverei des 21. Jahrhunderts“. Ebenso dankte Heinisch-Hosek für die her- vorragende Arbeit, die die Interventionsstel- le für betroffene Frauen LEFÖ leiste und für die Initiative der ehemaligen Frauenmini- sterin und Menschenhandelsexpertin Helga Konrad zur Einrichtung der Round Tables.


Großes Lob spendete die Frauenministerin auch der guten Zusammenarbeit der invol- vierten Ressorts, dem federführenden Aus- senministerium, dem Arbeits- und Sozial- ministerium sowie dem Innenministerium. „Der Kampf gegen den Menschenhandel kann nur gemeinsam, ressortübergreifend und länderübergreifend funktionieren und braucht die Hilfe von Nichtregierungsorga- nisationen und die Unterstützung der Zivil- gesellschaft. Die österreichische Bundesregie- rung wird diese ungeheuerlichen Menschen- rechtsverletzungen nicht länger tolerieren“, schloß Heinisch-Hosek.


Waldner: Gemeinsam sind wir im Kampf gegen Menschenhandel erfolgreich


„Menschenhandel stellt eine Verletzung fundamentalster Menschenrechte dar. Viele Staaten der Welt sind von Menschenhandel betroffen. Weltweit gibt es laut UNO jährlich 2,4 Millionen Opfer von Menschenhandel. Hauptleidtragende dieser modernen Form der Sklaverei sind Frauen und Mädchen“, sagte Staatssekretär Wolfgang Waldner bei der Eröffnung der vom Außenministerium


»Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at


Foto: BMeiA / Mahmoud Ashraf


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