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ÖSTERREICH JOURNAL


NR. 101 / 04. 11. 2011 Österreich, Europa und die Welt


Chinas“, betonte Mitterlehner. Dazu paßt auch die Unterzeichnung zweier Memoranda of Understanding durch Mitterlehner. Einer- seits wird die gemeinsame Absichtserklä- rung für die Zusammenarbeit in den Berei- chen Energieeffizienz und Umweltschutz ver- längert, andererseits wird vereinbart, eine Ar- beitsgruppe für ein neues chinesisch-öster- reichisches Ökopark-Projekt einzurichten. Weitere Chancen für einen Ausbau der Zusammenarbeit gibt es neben dem Bereich der Öko-Innovationen insbesondere in den Branchen Infrastruktur, Hochtechnologie, Maschinen und Anlagenbau sowie bei wis- sensintensiven Dienstleistungen. „Damit kön- nen wir unsere Exportmärkte weiter diversi- fizieren und in Ländern wie China punkten, die im Gegensatz zu Europa noch hohe Wachstumsraten haben“, so Mitterlehner.


Leitl: Unglaubliches Chancenpotential


In seiner Eröffnungsrede ging WKÖ- Präsident Leitl auf das „unglaubliche Chan- cenpotenzial“ des chinesischen Marktes für österreichische Unternehmen ein: „Das star- ke Wirtschaftswachstum, die steigenden Pro-Kopf-Einkommen der Bevölkerung, der Infrastrukturausbau durch die Regierung, ein anziehendes Umweltbewußtsein und damit verbundene Investitionen sowie ein enormer Technologiebedarf eröffnen unseren Firmen viele Möglichkeiten, von diesem Boom- Markt zu profitieren.´“ Alleine im Vorjahr legten die österreichischen Ausfuhren nach China um 40 Prozent zu und China ist nicht nur die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt sondern war 2010 auch der wichtigste Han- delspartner Österreichs außerhalb Europas – bezogen auf das gesamte Außenhandelsvo- lumen (Exporte nach und Importe aus China 8,235 Mrd. Euro vor den USA mit 8,219 Mrd. Euro). Chinas Potential haben hunder- te österreichische Unternehmen längst er- kannt und sind mit Niederlassungen erfolg- reich im Reich der Mitte aktiv. „China ist ein Land der Superlative“, so Leitl. 18 Prozent der Weltbevölkerung leben in China, China hat die größten Devisenreserven weltweit, China ist der größte Kreditgeber der USA sowie der größte Kfz- und Schiffsproduzent der Welt. Leitl: „Ein Superlativ trifft auch auf unsere Exportentwicklung mit China zu; Zwischen 2000 und 2010 steigerten sich die Ausfuhren nach China um 472 Prozent. Nach Gesamt-Asien machte das Exportplus in diesem Zeitraum zum Vergleich ,nur‘ 130 Prozent aus.“


Damit es so weitergeht, hat die Außen- wirtschaft Österreich (AWO) – auch im Rah-


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Staatspräsident Hu Jintao und Nationalratspräsidentin Barbara Prammer


men der Internationalisierungsoffensive „go international“ – ihr Exportförderprogramm mit etlichen China-Schwerpunkten verstärkt und erst Mitte Oktober führte WKÖ-Prä- sident Leitl eine große österreichische Wirtschaftsdelegation nach China.


Gedankenaustausch im Hohen Haus


Nationalratspräsidentin Barbara Prammer durfte am Nachmittag des 31.10. eine chine- sische Delegation unter Leitung von Staats- präsident Hu Jintao zu einem Gedankenaus- tausch im Hohen Haus begrüßen. Dabei zeigten sich beide Seiten ob der guten bilate- ralen Kontakte und dem intensiven Besuchs- austausch anläßlich des 40. Jubiläums der Aufnahme offizieller diplomatischer Bezie- hungen zwischen Österreich und China er- freut. An dem Gespräch, das im Empfangs- salon des Parlaments stattfand, nahmen neben der Nationalratspräsidentin auch die Abgeordneten Renate Csörgits (SPÖ), Peter Wittmann (SPÖ), Reinhold Lopatka (ÖVP) und Johannes Hübner (FPÖ) teil. Prammer zeigte sich ob der guten und vielfältigen Beziehungen, die zwischen Ös- terreich und China bestehen, erfreut und ver- wies in diesem Zusammenhang vor allem auch auf die zahlreichen kulturellen Akti- vitäten, mit denen man das Jubiläumsjahr begehe. Aus den Augen verlieren dürfe man aber auch nicht die Pflege bilateraler Kon-


takte auf parlamentarischer Ebene, zeigte sie sich überzeugt: Im Rahmen derartiger Zu- sammenkünfte fände schließlich auch Aus- tausch über Fragen der Menschenrechte und der Rechtsstaatlichkeit statt, der nicht hoch genug geschätzt werden könne. Prammer warb deshalb auch für eine weitere Intensi- vierung der bilateralen Kontakte in Form eines permanenten Dialogs, um Kontinuität in die Diskussion derartiger Themen zu brin- gen.


Ihren ausdrücklichen Dank sprach die Nationalratspräsidentin für die Beseitigung jener Probleme, mit denen Österreich im Hinblick auf den Export von Schweine- fleisch und Milchprodukten nach China kon- frontiert gewesen war, aus. Als eines der dynamischsten Länder der Welt sei China schließlich ein bedeutender Wirtschafts- standort. Trotz der rasanten Entwicklung des asiatischen Staates gebe es aber immer noch viel Armut, gab Prammer vor dem Hinter- grund der Erfahrungen, die sie auf zwei Chinareisen sammeln durfte, zu bedenken. Wie die BürgerInnen an der ökonomischen Entwicklung eines Staates partizipieren kön- nen, sei eine wesentliche Frage, die sich alle Staaten zu stellen hätten. Vor großen Herausforderungen und Aufgaben stehe China aber auch in Hinblick auf die Menschen- und Bürgerrechte, meinte Prammer, die diesem Appell die persönliche


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Foto: Parlamentsdirektion/HBF/Livio Srodic


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