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ÖSTERREICH JOURNAL


NR. 101 / 04. 11. 2011 Österreich, Europa und die Welt


die Österreich aufgrund seiner Mitglied- schaft in der UNO-Menschenrechtskommis- sion zu erfüllen habe.


Präsident Hu Jintao ist nach seinem Amts-


vorgänger Jiang Zemin, der 1999 in Wien zu Gast war, der zweite chinesische Staatschef, der Österreich besucht. Die 1949 ausgerufe- ne Volksrepublik China und Österreich feiern 2011 den 40. Jahrestag der Herstel- lung diplomatischer Beziehungen.


Bundeskanzler Faymann empfing Hu Jintao im Bundeskanzleramt


Bundeskanzler Werner Faymann empfing


den Staatspräsidenten der Volksrepublik China und dessen hochrangige Delegation am Nachmittag zu einem Arbeitsgespräch im Bundeskanzleramt. „Staatspräsident Hu Jin- tao und ich hatten bereits im Mai dieses Jahres in Peking Gelegenheit zu einem län- geren Gespräch. Es freut mich, daß wir nun- mehr anläßlich seines Staatsbesuches in Österreich darauf aufbauen konnten. Unser Treffen war erneut von einer ausgesprochen freundschaftlichen Atmosphäre gekenn- zeichnet, was die hervorragenden Beziehun- gen der beiden Staaten unterstreicht“, so der Bundeskanzler nach dem Gespräch. Auf chinesischer Seite waren neben dem Präsidenten unter anderem Vizepremier Wang Quishan, Außenminister Yang Jiechi, der Minister für Entwicklung und Reform Zhang Ping, Handelsminister Chien Deming, die hochrangigen Parteifunktionäre Ling Jihua und Wang Huning sowie der Botschaf- ter der VR China in Österreich, Shi Mingde, anwesend. Auf österreichischer Seite nah- men neben dem Bundeskanzler unter ande- rem Sozialminister Rudolf Hundstorfer, die Staatssekretäre Josef Ostermayer und Wolf- gang Waldner, Notenbank-Gouverneur Ewald Nowotny sowie der Botschafter Österreichs in Peking, Martin Sajdik, teil.


Hauptthema des knapp einstündigen Ge- sprächs war die wirtschaftliche Entwicklung Europas. „Präsident Hu Jintao hat sich genau darüber erkundigt, wie die jüngsten Beschlüs- se beim Gipfel der Staats- und Regierungs- chefs der Eurozone zustande gekommen sind und wie sie aus österreichischer Sicht zu bewerten sind“, so der Bundeskanzler. Diese Aspekte der europäischen Politik so- wie Fragen der Finanzmärkte hatten zuvor auch Chinas Vizepremier Wang sehr interes- siert, die er mit dem Kanzler beim Staatsban- kett in der Hofburg intensiv diskutiert hatte. Der Kanzler erläuterte daraufhin die Be- schlüsse zur Stärkung des Euro-Schutzschir- mes EFSF sowie die konkreten Maßnahmen


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Bundeskanzler Werner Faymann (r.) und Hu Jintao, Staatspräsidenten der Volks- republik China, nach dem Gespräch im Bundeskanzleramt.


zur Unterstützung Griechenlands: „Der Gipfel hat gezeigt, daß die Länder Europas, wenn es darauf ankommt, durchaus in der Lage sind, gemeinsam zu handeln und Lö- sungen zu finden. Daher sehe ich die Ergeb- nisse des Gipfels sehr positiv“, so Faymann. Beide Seiten erkannten die Notwendig- keit, daß als Antwort auf die Krise sowohl Sparmaßnahmen wie auch Investitionspro- gramme gefunden werden müßten. Der Bundeskanzler unterstrich außerdem erneut, welche Bedeutung die Finanztransaktions- steuer in diesem Zusammenhang habe. Zum Ausbau der wirtschaftlichen Bezie- hungen zwischen den beiden Staaten betonte Chinas Staatspräsident, daß vor allem „grüne Technologien“ im Zentrum künftiger Zu- sammenarbeit stehen sollten, ein österrei- chisch-chinesischer Ökologiepark in China sei bekanntlich in Planung. Bundeskanzler Faymann legte wie auch schon bei seiner Reise im vergangenen Mai die Gründe für die strikte Anti-Atomkraft-Politik Österreichs dar und nannte den geplanten gemeinsamen Ökologiepark „ein wichtiges Zukunftsprojekt für die erneuerbaren Energien“. Hu Jintao wiederum gab seiner Hoffnung Ausdruck,


daß sich die Handelsvolumina zwischen China und Österreich bis 2015 im Vergleich zum Vorjahr verdoppeln würden. Schließlich sprach der Bundeskanzler die Bedeutung einer aktiven internationalen Politik Österreichs an – etwa als aktuelles Mitglied im UN-Menschenrechtsrat sowie als Teilnehmer an den Friedensmissionen der Vereinten Nationen. Weiters bedankte er sich für die Unterstützung Chinas bei der anste- henden Wahl Österreichs in den Exekutivrat der UNESCO.


Waldner: Chinas Bedeutung für Europa nimmt stetig zu


Die Vertiefung der ohnehin sehr intensi- ven Kultur- und Wissenschaftsbeziehungen zwischen Österreich und der Volksrepublik China war eines der Themen des Arbeitsge- spräches von Bundespräsident Heinz Fischer mit Staatspräsident Hu Jintao, an dem auch Staatssekretär Wolfgang Waldner teilnahm. „Österreich wird in China als Kulturnation unglaublich geschätzt. Das ist auch wichtig für die Tourismusnation Österreich, denn je- der sechste Tourist der in unser Land kommt ist ein Kulturtourist. In den kommenden Jah-


»Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at


Foto: BKA/HBF / Livio Srodic


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