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ÖSTERREICH JOURNAL


NR. 101 / 04. 11. 2011 Innenpolitik 250 Jahre Rechnungshof Kontrolle lohnt sich: Viel Lob bei einem Festakt im Parlament


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Festakt anläßlich der »250-Jahr-Feier der Gründung des Rechnungshofes« im Historischen Sitzungssaal des Parlaments A


m Abend des 27. Oktober lud Natio- nalratspräsidentin Barbara Prammer gemeinsam mit Rechnungshofpräsident Josef Moser ein prominentes Publikum mit Bundespräsident Heinz Fischer, Bundes- kanzler Werner Faymann und Vizekanzler Michael Spindelegger an der Spitze in den Reichsratssitzungssaal, um das 250jährige Jubiläum des Rechnungshofes feierlich zu begehen. Das Ambiente des altehrwürdigen Saales paßte zum Thema des Abends, wie Moser eingangs seiner Festrede deutlich machte, indem er daran erinnerte, daß es die Abgeordneten des Reichstages in den Jahren nach der Beschlußfassung des Staatsgrund- gesetzes von 1867 waren, die „von diesen Bänken“ aus ein eigenes Rechnungshofge- setz und eine Stärkung ihrer Kontrollrechte forderten, weil sie erkannt hatten, daß die Budgethoheit des Reichsrats ohne gleichzei- tige Kontrollhoheit „zahnlos“ sei. Die eigentliche Geburtsstunde des Rech- nungshofes reicht aber mehr als ein Jahrhun- dert weiter zurück in die Zeit der Aufklä- rung. Kaiserin Maria Theresia richtete per


Handschreiben vom 23. Dezember 1761 die „Hofrechenkammer“ ein, weil ihrer Finanz- verwaltung damals der Überblick über die Staatsfinanzen und genaues Wissen darüber fehlte, ob die „Kameralschulden“ nur 50 Mil- lionen oder aber 80 Millionen Gulden betru- gen. Diesen Überblick gab die Hofrechen- kammer, indem sie Einnahmen und Ausga- ben im Zentralrechnungsabschluß zusam- menfaßte, für finanzielle Transparenz in der Monarchie sorgte und durch Gutachten in allen wichtigen Finanzangelegenheiten prä- ventiv wirkte, wie Präsident Moser im histo- rischen Teil seiner Darlegungen ausführte.


Fischer: Rechnungshof ist wichtiger Teil der parlamentarischen Demokratie


Die Reihe hochrangiger Gratulanten, die dem Rechnungshof zu seiner langen und erfolgreichen Geschichte gratulierten, führte Bundespräsident Heinz Fischer an. Auch er erinnerte an die historische Geburtsstunde des Rechnungshofs, als Kaiserin die „Rechen- Cammer“ die Vorläuferin des österreichi- schen Rechnungshofes ins Leben rief und ihr


auftrug, die „Bemängelung aller Rechnungen zu besorgen und zugleich alle im Finanz- wesen, insbesondere aber bei den Ausgaben wahrgenommenen Gebrechen aufzuzeigen“. 250 Jahre danach, im April 2011, hat der


Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Na- tionen in einer Resolution die Arbeit der „Internationalen Organisation der Obersten Rechnungskontrollbehörden“ (INTOSAI) und den Beitrag gewürdigt, den die Rech- nungshöfe in aller Welt zur Transparenz der Verwendung öffentlicher Gelder, zur Über- prüfung der staatlichen Verwaltung und zum effizienten und effektiven Einsatz von Steuermitteln leisten.


Zur Zeit der Einrichtung der demokrati- schen Republik im Jahr 1918 wurde der Rechnungshof dem Nationalrat unterstellt und damit zu einem Instrument zur Durch- setzung der Verantwortlichkeit der Exeku- tive gegenüber dem Nationalrat. Unterlagen zunächst nur der Bund und ihm nahestehen- de Rechtsträger der Rechnungshofkontrolle, wurde die Prüfkompetenz des Rechnungsho- fes in weiterer Folge schrittweise auf die


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Foto: Parlamentsdirektion / Bildagentur Zolles / Mike Ranz


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