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ÖSTERREICH JOURNAL


NR. 101 / 04. 11. 2011 Innenpolitik 90 Jahre AK


In einer Festveranstaltung zum 90. Geburtstag der Arbeiterkammern versammelten sich Spitzenvertreter des öffentlichen Lebens.


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Das einzige erhaltene Fotodokument, das die Mitglieder des Vorstands des Österreichischen Arbeiterkammertags und der Arbeiterkammer in Wien in der 1. Republik zeigt. Es stammt vom 14. November 1921.


A


m 20. Oktober erinnerte die AK bei dem Festakt „90 Jahre Arbeiterkam- mern – Zukunft gestalten“ an die Errungen- schaften für die ArbeitnehmerInnen, die die Arbeiterkammern gemeinsam mit dem ÖGB und den Gewerkschaften in den vegangenen Jahren erreicht haben. Die Vergangenheit ist kein Grund für die AK, sich zufrieden zurückzulehnen. Deshalb richtete die AK auch auf der Veranstaltung ihren Blick nach vorne. Denn heute und in Zukunft wird es darum gehen, im Interesse der Beschäftigten die Zukunft in einer glo- balisierten Arbeitswelt zu gestalten. An den Festakt schloß das Symposium „Europa neu denken?“ an. Acht-Stunden-Tag, Arbeitslosenversiche-


rung, fünf Wochen Urlaub im Jahr, Eltern- karenz, Genderbudgeting: Vieles, was heute selbstverständlich erscheint, wurde in den vergangenen 90 Jahren gemeinsam von Arbei- terkammern (AK), ÖGB und Gewerkschaf- ten erkämpft. Hier eine Übersicht:


Erste Republik


Die Grundlagen des modernen Sozial- staates werden geschaffen: etwa der Acht-


Stunden-Tag, die Arbeitslosenversicherung, das Betriebsrätegesetz und das Kollektivver- tragsgesetz. Mit dem Arbeiterkammergesetz wird der Grundstein für die Errichtung der Arbeiterkammern gelegt. 1921 konstituieren sich die Kammern für Arbeiter und Ange- stellte. 1924 setzt die AK setzt durch, daß die im Kollektivvertrag (KV) vereinbarten Löhne auch nach Kündigung des KV weiter- bezahlt werden müssen, bis ein neuer KV- Abschluß ausverhandelt ist. Die Arbeiter- kammer setzt sich für die Notstandshilfe ein. Der Ständestaat nimmt der AK die Selbst- verwaltung, die Nazis lösen sie gänzlich auf.


Zweite Republik


Die Arbeiterkammern werden wiederer- richtet. 1947 wird das erste Preis-Lohn- Abkommen zwischen den Sozialpartnern und der Regierung geschlossen. 1955 begin- nen die Arbeiterkammern intensiv mit dem Aufbau einer „Einkaufsberatung“ und Preis- information: der Grundstein für die heutige KonsumentInnen-Information und -politik. 1960 wird auf Druck von Arbeiterkammer, ÖGB und Gewerkschaften das Karenzgeld eingeführt.


Deutliche Verbesserungen bringen auch die 1970er- und 1980er-Jahre: 1973 wird die Mitbestimmung im Betrieb eingeführt. 1975 erkämpfen AK, ÖGB und Gewerkschaften die 40-Stundenwoche. 1979 wird das Gleich- behandlungsgesetz beschlossen, das den Grundsatz „Gleicher Lohn für gleiche Ar- beit“ verankert. 1986 setzen AK, ÖGB und Gewerkschaften den heute bestehenden Ur- laubsanspruch durch: mindestens fünf Wo- chen. 1988 folgt der Schutz der Leiharbei- terInnen.


In den 1990er-Jahren erreichen AK, ÖGB und Gewerkschaften wesentliche Verbesse- rungen auch für Frauen und Familien: 1990 wird die Väterkarenz eingeführt. 1992 wird das Gleichbehandlungspaket beschlossen und bringt unter anderem „Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit“ (davor: „nur für glei- che Arbeit“) und das Benachteiligungsverbot bei Teilzeit. 1995/1996 kommt auf Druck von AK, ÖGB und Gewerkschaften die Bereitstellung der Kindergarten- „Milliarde“ durch den Bund zum Ausbau der Kinder- betreuung. Später wird der Bundeszuschuß zum Ausbau der Kinderbetreuung wieder fortgeführt.


»Österreich Journal« – http://www.oesterreichjournal.at


Foto: AK Wien/BAK-Archiv


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