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ÖSTERREICH JOURNAL


NR. 101 / 04. 11. 2011 Film


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Martin Strele (Friedrich Müller) und Heinz Fitz (alter Jude)


Eichmann überzeugt Hofer, brutaler vor- zugehen. Systematisch und brutal werden jetzt Juden in die Gestapozentrale ver- schleppt und zur Ausreise „überredet“. Viele wissen keinen anderen Ausweg, als Richard Berger, den neuen Vorsitzenden der jüdischen Kultusgemeinde, um Hilfe zu bit- ten.


Richard Berger kann sich nicht mehr her- aushalten. Er überwindet seine Ängste, er- kundigt sich und setzt sich für seine Ge- meindemitglieder bei der Gestapo ein. Seine Frau Grete hält den Druck nicht aus. Sie will nach Palästina. Richard Berger kann seine Gemeinde nicht im Stich lassen. Obwohl er den pol- nischstämmigen Juden, die nach Wien abge- schoben wurden, nicht helfen konnte. Ende Oktober 1938. Die deutschen Be- hörden verhaften Tausende polnischstämmi- ger Juden und schieben sie ins Niemands- land der deutsch-polnischen Grenze ab. Hintergrund ist ein Beschluß der polni- schen Regierung, Polen, die länger als fünf Jahre im Ausland leben, die Staatsbürger- schaft zu entziehen und ihnen die Rückkehr nach Polen zu verweigern.


Unter den abgeschobenen Juden befindet sich Sindel Grynszpan. Er schreibt über die unerträglichen Zustände an seinen Sohn Herschel in Paris. Verzweifelt bittet er um Hilfe.


Herschel Grynszpan lebt als homosexuel-


ler Stricher und Zutreiber unter anderem für den deutschen Botschaftssekretär Vom Rath. Er will für seine Dienst an Vom Rath Papiere und Geld, um seinen Eltern zu helfen. Vom Rath gibt Herschel Grynszpan we- der Geld noch Papiere. Es kommt zum Streit. Herschel Grynszpan schießt und verwundet den Botschaftssekretär.


9. November 1938. Kameradschaftsabend der alten Kämpfer in München. Es wird dem Novemberputsch 1923 gedacht. Mitten in die Feierlichkeiten platzt die Nachricht: Vom Rath ist tot.


Auch Franz Hofer ist in München. Wie soll er auf die Nachricht reagieren? Er kehrt sofort nach Innsbruck zurück.


Organisiert die Vorgangsweise. Judenlisten werden ausgeteilt. Mordbefehle werden er- teilt. Richard Berger soll aus dem Weg ge- räumt werden. Werner sieht seine Chance gekommen. Jetzt kann er etwas aus sich machen. Ger- hard Lausegger, auf den sich die SS verlas- sen kann, gehört ebenfalls zu Gruppe der Mörder von Richard Berger.


Gemeinsam mit einem dritten Mann stür- men sie die Wohnung Bergers. Gaukeln ihm vor, ihn nur zur Gestapo zu bringen. Doch sie führen ihn hinaus nach Kran- bitten und erschlagen ihn. Neben Richard Berger werden in dieser


Nacht Dr. Wilhelm Bauer und Richard Grau- bart ermordet. Karl Bauer wird durch Mes- serstiche schwer verletzt.


Dutzende Juden werden verprügelt und verhaftet. Die Synagoge wird zerstört. Richard Bergers Söhne in England ma-


chen sich Vorwürfe. Hätten sie dem Vater helfen können?


Nach dem Krieg kehrt Fritz Berger, jetzt Fritz Benson mit der britischen Armee nach Innsbruck zurück: Benson: „My father al- ways wanted to find the muderer. I know from what he said to me that as soon as he knew what happend this was going to be his lifes work.“ („Sobald mein Vater vom Mord an sei- nem Papa erfuhr, wollte er den Mörder fin- den. Dies wurde zu seiner Lebensaufgabe!“) Fritz Benson stößt in Klagenfurt auf Gerhard Lausegger. Im Verhör gesteht Laus- egger den Mord an Richard Berger. Fritz Benson hofft jetzt auf eine harte Bestrafung. 6. März 1947. Lausegger flieht bei seiner Überstellung nach Innsbruck und taucht un- ter. 1966 stirbt er unter falschem Namen in Argentinien.


So endet der Geschichtskurs für Emilie


und Tom. Beide werden jetzt versuchen, wenn es darauf ankommt, so mutig wie Ri- chard Berger zu sein. Dr. Springer wird wei- ter lehren. Es braucht jede Stimme, um diese Geschichte zu erzählen…


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