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ÖSTERREICH JOURNAL


NR. 101 / 04. 11. 2011 Film


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v.l.: Zeitzeuge Abraham Gafni am Set mit den Schauspielern Michael Walde Berger, Christine Mayn und Nick Wilder


Die illegalen Nazis in Innsbruck verüben sogenannte Papierböllerattentate. Bomben- attentate. Allein am 8. Jänner 1934 explodie- ren fünfzig Bomben. Richard Berger und seine Frau Grete wol- len einen ihrer Freunde, der durch eine Bombe verletzt wurde, besuchen. Aber Ri- chard Berger will nicht in die Politik hinein- gezogen werden. Er hat Angst, daß er den nächsten Papierböller abkriegt. Weiß doch jeder, wie die Nazis über die Juden schimp- fen. Und weiß doch jeder, sie sind Juden. Er fürchtet um seine Familie. Deswegen be- sucht er den Freund nicht.


Juli 1934. Putschversuch der Nazis. In


Wien wird Bundeskanzler Dollfuß ermordet. In Innsbruck der Polizeipräsident. Der Putsch scheitert. Hitler löst die österreichische NSDAP auf.


Schuschnigg wird neuer Bundeskanzler. Hitler aber zwingt ihn, die Nazis an der poli- tischen Willensbildung zu beteiligen. Fe- bruar 1938. Hitlers Mann Syss-Inquart wird Innenminister und politische Häftlinge er- halten Amnestie.


Als Reaktion darauf setzt Schuschnigg für den 13. März 1938 eine Volksabstimmung für ein unabhängiges Österreich an. Hitler ist dagegen. 11. März 1938. Riesige Demonstrationen


gegen die Volksabstimmung finden in Inns- bruck statt. Schuschnigg setzt die Volksab- stimmung ab.


Die Nazis übernehmen die Macht. Die Tiroler Landesregierung flieht.


Chaos herrscht. Illegale Nazis rächen sich brutal an den Gegnern, die sie in den Jahren zuvor verfolgt haben. Gerhard Lausegger, SS-Mann aus Kärnten, radikaler Antisemit,


tut sich dabei besonders hervor. Richard Berger und seine Frau Grete überlegen, ob sie ihre beiden Söhne weg- schicken sollen. Richard will, daß die Buben bleiben. So kann er sie besser beschützen.


Rücksichtslos erkämpft sich Franz Hofer


die Stelle des Gauleiters und beginnt seine Vi- sion vom ersten judenfreien Gau umzusetzen. Juden werden jetzt gezwungen, ihr Hab und Gut zu einem Spottpreis zu verschleu-


Nick Wilder (SSler Mann Erwin Hoffmann) und Michael Walde Berger (Richard Berger)


Abraham Gafni: „Und Juden – das war von einem Tag auf den anderen Tabu. Nie- mand von meinen Freunden in der Schule hätte gewagt mit mir zu sprechen.“ Die Situation für Richard Berger spitzt sich zu. Ein Arbeitskollege und SS-Mann warnt ihn, daß seine Söhne auf einer Liste stehen. Richard Berger schickt seine Kinder mit einem Transport nach England. Die „Alten Kämpfer“ kehren heim. Unter ihnen Franz Hofer. Abi Bauer kann sich an eine Zeitungsannonce erinnern, wo Mutter Hofer schreibt, wer ihrem Sohn Geld borge, würde dies nicht zurückbekommen.


dern und ihr Vermögen aufzugeben. Sie haben keine andere Wahl, als ihre Heimat zu verlassen.


Abi Bauer beschreibt seine Abreise: „Ich kann mich gut erinnern, wie ich im Zug ge- sessen bin. Und der fährt an – da, die Bren- nerbahn. Und wie Sie wissen, nach einigen Minuten fährt er in den Bergiseltunnel. Und das war der letzte Blick auf das Brandjoch. Ich habe so geweint.“


Gauleiter Franz Hofer ist mit der Aus- reisewilligkeit der Juden unzufrieden. Er lädt Adolf Eichmann von der Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Wien ein.


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