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... wenn man mit den Kindern arbeitet, dann erkennt man, dass da so viel Potenzial ist.


töpfern und das hier bei dir hier nur brennen lassen? WOLFGANG SAURE: Das ist


ein großes Thema, was auch im- mer wieder angesprochen wird. Es ist eigentlich so, dass jeder Töpfer sehr besorgt ist um seinen Ofen. Und eigentlich kommen nur die Dinge rein, wo er beim Schaffen auch präsent war. Weil er dann weiß, dass die handwerk- lich so gemacht worden sind, dass sie eben nicht explodieren. Denn, das Explodieren hat meh- rere Effekte im Ofen. Zum einen wird das Werk selbst zerstört, Nachbarwerke werden zerstört, was für die anderen wiederum sehr schlimm ist. Und der Ofen selbst, das heißt die Heizspira- len, werden dadurch in Mitlei- denschaft gezogen. Also, der Grundsatz ist der, dass ich im- mer anbiete, dass die Leute ger- ne kommen können, dass wir die handwerklichen Dinge bespre- chen, was die dann auch machen und dass wir das dann auch hier brennen. Fremdbrennen machen


wir grundsätzlich nicht. So ein Ofen kostet richtig Geld. Und da ist auch jede Reparatur sehr auf- wendig. Aus den eben gesagten Gründen macht kaum jemand einen Fremdbrand, der einen ei- genen Ofen hat. Es sei denn, es ist ein ganz erfahrener Töpfer, der das gemacht hat. Es soll jetzt nicht arrogant klingen, sondern es ist einfach eine Erfahrung der Vergangenheit, und ich hab’ das damals selbst erlebt, als ich eben Sachen zu dieser erfahrenen Töp- ferin brachte, und die hat dann auch irgendwann gesagt: „Nee, wir müssen Ihre Technik ändern, sonst kann ich das nicht mehr machen.“ Das muss man einfach auch erkennen. Und, was jeder selbst zu Hause braucht … es gibt natürlich auch Tonmassen, die an der Luft trocknen. Aber das ist eben ästhetisch nicht das, was Ton und Keramik ausmachen. Also zur Ästhetik gehört, dass man eben Original-Tonmassen nimmt, die wirklich aus der Na- tur kommen, wenig verfremdet


sind durch Chemikalien oder irgendwelche Zusatzstoffe. Die also naturbelassen sind und die nach altüberlieferten Formen be- arbeitet und dann auch gebrannt werden. Dann entsteht ein Ob- jekt, was wirklich Wert hat.


Das gibt es also noch. Es ist


kein Mythos. Trotz der tag- täglichen Erniedrigungen und Peitschenhiebe, die wir uns ge- genseitig auf allen Ebenen des sozialen Miteinanders antun, trotz der Lügen und Intrigen um das Streben nach einem höher- rangigen Peinigerjob, trotz all dessen sind Menschen noch fä- hig, das, was uns letztendlich als wirkliche Menschen definiert, zu offenbaren und zu leben. Wir können also immer noch das, was heutzutage als dumm und schwach angesehen wird, näm- lich Menschlichkeit, wieder in Stärke verwandeln. Gut. Finde ich gut. Vielleicht ist es ja doch für viele Dinge noch nicht zu spät.


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Nr. 3/2011 Naturverbunden.info


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