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Es gibt viel mehr Menschen, die diese Zustände, unter denen wir alle leben, geändert haben möchten.


auch ’nen Sachkundenachweis für bestimmte Tierarten dann einfach gemacht, weil es gefor- dert war vom Amt oder weil wir selber gesehen haben, dass es besser ist. Es gibt einfach zu we- nig Fachliteratur für viele Tiere. Deswegen ist es gut, dass wir im Bekanntenkreis viele Leute ha- ben, die ihre gewissen Fachkom- petenzen haben, was bestimmte Tierarten angeht. Dann knüpfen wir über jedes Tier, das wir von Tierparks oder so bekommen, Kontakte über die Tierpfleger, erkundigen uns über bestimmte aktuelle Vorschriften. Du findest vieles im Internet aber nicht für jede Tierart. So findet eben auch nicht jeder Tierarzt ’ne Info da- rüber, wie viel Narkosemittel man bei welcher Affenart und welchem Gewicht am besten ap- pliziert. Das ist immer so ’n biss- chen Pi mal Daumen und das bedeutet für uns natürlich auch Lebensrisiko für die Tiere. NATURVERBUNDEN.INFO:


Vom Futter mal abgesehen, das je nach Tierart ja eventuell auch Spezialfutter sein muss, entste- hen jährlich mit Sicherheit auch nicht unerhebliche Kosten für die medizinische Versorgung eurer animalischen Mitbewoh- ner. Wie finanziert man also so ein ehrgeiziges Projekt? NORMAN: Wir gehen arbei-


ten. Ja, das ist eigentlich auch schon alles. Und wir versorgen hier so viele Tiere, wie wir finan- ziell hier versorgen können, das heißt, es ist immer dann Aufnah- mestopp, wenn wir nicht weiter- zahlen können. Wir können ja nicht das Maximum dessen, was wir im Monat hier reinkriegen, ausgeben, sondern wir müssen ja für ’ne OP oder wenn mal am Haus hier irgendwas ist oder die Heizungsanlage bei den Affen nicht funktioniert, dann muss das sofort behoben werden. Da- für muss Cash da sein. Du musst ’nen Handwerker bezahlen kön-


nen für Sachen, die du nicht sel- ber machen kannst. Also nehmen wir dann über das Besetzungs- maß nur dann Tiere auf, wenn Leute ’ne Patenschaft überneh- men, das heißt, die tragen dann die Kosten. Das Tier ist bei uns untergebracht und die bringen uns entweder das Futter vorbei oder die überweisen die tatsäch- lichen Futterkosten für dieses eine Tier. Das ist das, was wir in der letzten Zeit häufig machen, weil wir mit unseren Privatkapa- zitäten jetzt am Ende sind. Wei- ter geht’s eben nicht. Da muss erst wieder ein Tier sterben oder es muss ’n Tier vermittelt wer- den. Wir haben hier ’n Pony, das wird dieses Jahr 39 Jahre, und da hat man vor 20 Jahren schon gedacht, das ist in 5 Jahren nicht mehr da. Gerade die Pferde, die wir hier haben, sind hochalt, wo viele Leute sich gar nicht vorstel- len können, dass ein Pferd oder ein Schwein so alt werden kann. Oder ’n Huhn. Das letzte Huhn, das gestorben ist, das war 20. NATURVERBUNDEN.INFO:


Lässt ein solches Projekt über- haupt noch Raum für irgend- welche anderweitigen Interessen oder könnt ihr all das, was euch am Herzen liegt, durch dieses Projekt und in diesem Projekt re- alisieren?


NORMAN: Ja, ich denke die


Frage kann ich für alle mit Ja beantworten. Weil wir uns auch immer Rahmenbedingungen ge- schaffen haben, in denen wir gar nicht das Bedürfnis haben, ir- gendwo anders glücklich sein zu wollen. Wir fühlen uns hier wohl und wir wollen hier eher mit ’ner ganzen Menge netter Men- schen Spaß haben und leben als irgendwo hinzufahren, vielleicht noch die Umwelt zu verpesten, indem man sich irgendwo in ’nen Flieger setzt, um irgendwo anders ins Paradies zu fahren. Wir haben hier so paradiesische Zustände in der direkten Umge-


Nr. 3/2011 Naturverbunden.info “ausgedienter” Hahn 25


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