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gekommen sind. Es gibt aber für uns nicht diesen einen Weg, den wir uns abgeguckt haben und wo wir sagen: „Das leben wir jetzt nach.“ Einfach, weil keiner von uns daran glaubt, dass auch nur einer von uns, der jetzt hier am Tisch sitzt, irgendwie gleich ist. Wir haben mit Sicherheit viele Schnittmengen und es gibt Dinge, die sehen und praktizie- ren wir ähnlich, aber wir sind trotzdem alle anders. Und auf diesem Planeten leben Millionen Menschen. Und es ist illusorisch, zu glauben, dass man alle die- se Menschen unter einem Hut kriegen muss und es allen dabei noch gut gehen soll. Alle großen Reiche sind daran zerbrochen. Das wird also nicht funktionie- ren. Wir müssen also wieder hin zu kleineren Gemeinschaften, die auch nachweislich noch in der ganzen Welt funktionieren.


NATURVERBUNDEN.INFO:


Wenn es diesen einen Weg nicht gibt, gibt es dennoch deiner Mei- nung nach einen gewissen Rah- men, den man beachten sollte? NORMAN: Ich find’ diese Achtsamkeitsgeschichte oder diese


Bewusstseinstheorie


Quasimoda; Honig aus eigener Imkerey (des Gnadenhofs)


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grundsätzlich ganz gut, nämlich im Hier und Jetzt zu leben, sich auf das zu konzentrieren, was in diesem Moment gerade passiert. Ich sitz’ mit euch hier am Tisch, wir führen ’n Gespräch nicht nur über unseren Hof, sondern über echt krasse Sachen, über die sich viele Menschen Gedanken ma- chen. Diese Leute sitzen viel- leicht auch gerade am Tisch und denken: „Was kann ich allein schon machen?“ Und wir müs- sen endlich dahin kommen, dass alle Leute merken: Hey, wir sind gar nicht allein. Es gibt viel mehr Menschen, die diese Zustände, unter denen wir alle le- ben, geändert haben möchten. Und einfach dadurch, dass wir uns öffnen und erklären, lernen wir fantastische neue Menschen ken- nen. Und wir können den Menschen sagen, warum wir das für falsch halten, ’n Papa- gei in ’n Käfig zu ste- cken oder ’n Affen überhaupt als Haustier zu halten, und dadurch ändern wir insofern was, als dass wir Men- schen ’nen Einblick in unser Seelenleben ge- ben und denen die Möglichkeit geben, zu gucken, was uns be- wegt, was unsere trei- bende Kraft ist. Und je- der muss dann für sich allein entscheiden. Je- mand kann dir erzäh- len: Dieses Getränk ist


nicht gut für dich, diese Pflanze Nr. 3/2011 Naturverbunden.info


ist nicht gut für dich, dieser Mensch ist nicht gut für dich und dieser Glaube ist nicht gut für dich. Aber letztendlich entschei- de doch ich. Ich habe doch ’ne ganz andere Wahrnehmung als du, als der oder als jener. Ein Hund oder ’ne Biene nehmen diese Welt ganz anders wahr als ich. Wir nehmen doch alle nur ’nen winzig kleinen Bruchteil von dem wahr, was gerade um uns herum passiert. Und wir ma- ßen uns an, so verdammt perfekt zu sein und so hoch zivilisiert. Dabei verkaufen wir – um Ar- beitsplätze zu erhalten – immer noch Waffen in Länder wo Tau- sende von Kindern, Frauen und Männer mit diesen Waffen getö- tet werden. Das ist krass. Das muss nicht sein. Weil es auch kein Mensch wirklich will. Wir können uns doch in eine Lebens- form hineinversetzen, der wir Leid zufügen. Diese Fähigkeit ist uns gegeben. Und wir alle wol- len doch auch keine Schmerzen haben und wir wollen auch nicht Angst haben, dass uns am nächs- ten Tag jemand den Schädel ein- schlägt, weil wir ’n falsches Lied gespielt haben oder weil wir ’nen falschen Glauben praktizieren oder, oder, oder. Aber das sind doch Dinge, die können Men- schen immer in einem Interes- senverbund, egal wie klein der ist, für sich durchsetzen und auch schützen. Wenn wir wollen, dann können wir doch weltweit die Handlungen ächten, die zum Beispiel Menschenrechte verlet- zen. Wir müssen auch nicht bis 2015 oder 2022 warten, bis wir das letzte Kernkraftwerk aus- schalten. Wir müssen so lange warten, weil Menschen da noch dran verdienen wollen halt, aber dann soll man den Leuten das auch sagen und nicht sagen, dass das nicht anders möglich ist. Man soll uns nicht anlügen. Es geht einfach darum, ehrlich zu


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