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Ordnungssysteme unterschiedlicher Funktio nalität sind das grundlegende Sujet der Arbeiten von Zorah Mari Bauer. Ihre schwerpunkt mäßig digitale künstlerische Pro- duktion (Computer- und Videoclips) wird mittels Parti turen, Listen und Formularen systematisch „abgearbeitet“. Für jedes neue Vorhaben wer- den neue, adäquate Systematiken geschaffen - ein Prozeß, der zum eigentlichen kreativen Akt wird und die Ordnungssysteme an die Stelle des Kunstwerkes selbst treten läßt.


Auch die hier ausgestellte Arbeit stellt den Aspekt der Ordnungsgefüge in den Vorder- grund. Das Geschehen der Kantine ist – bis hin zur Ritualisierung – von ihnen bestimmt, durch festgelegte Essens-Ausgabezeiten, soziale Sitz- ordnungen, feste Eßgemein schaf ten und die normierte Abwicklung des gesamten Ausspei- sungsvorgangs.


Ein schlichter Eßtisch mit Stuhl. Darauf - statt Teller und Besteck - eine Büroablage und ein überdimensional hoher Formularblock. Die ein-


zelnen Blätter als formalisierter Speiseplan, vorauserstellt und datiert für die nächsten 30 Jahre, ge rechnet vom Zeit punkt der Fertig- stellung der Arbeit. Am Blatt ende: „Wir wün- schen guten Appetit!“ (Zitat aus dem Kasino Speiseplan). Mit jeder Woche ist eine neue Seite des Formularblocks „abge arbeitet“, kann abgerissen und in die Ablage mit der Aufschrift „erledigt“ abgelegt werden. Der Formularblock als abzuarbeitender Stapel eines immerwieder- kehrenden Programmablaufs.


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Verschnaufpause. Die Muskeln müssen sich lockern; der Geist verlangt nach Ablenkung. Und ein Körper, der Leistung bringen soll, muß essen. Zwischen den Pflichtblöcken der Arbeit kommt es deswegen zu einer kurzen Auszeit. — So sitzt man jeden Mittag am gleichen Platz, am gleichen Tisch und gewöhnlich mit den gleichen Menschen, Gewohnheiten entlasten. Auch zu Hause wechseln nur die wenig sten Menschen am Essenstisch fortwährend die Plätze. Das immergleiche sichert den Alltag. „Mahlzeit“, sagt man, wenn man sich zu den Kollegen setzt, die schon am Tisch sitzen. So wie man am Morgen jedem Kollegen, dem man im Betrieb begegnete, einen „guten Morg gewünscht hat, wird zur Mittagszeit jeder Kollege mit einem knappen „Mahlzeit“ begrüßt, als wolle man sich vergewissern, daß diese Zeit,


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Foto: Lutz Fischmann Foto: Lutz Fischmann Ft L t Fi h


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