This page contains a Flash digital edition of a book.
R


An den Wänden soll eine Fülle von Fotos hängen. Darauf zu sehen sind allerlei glückliche, lachende, aus Pappmache, Plastik, Keramik, Holz oder dergleichen gefertigte Schweine. Manche tragen Metzgerskleidung oder gar ein Tablett mit Fleischstückchen in den Pfoten. Alle wurden sie in Schaufenstern von Fleischereien entdeckt und abfotografiert. Zusammen mit ein paar erläuternden Texten und anderem Material bilden sie die ethnologische Studie „Schweine in Schaufenstern“, die für die


Kantine des Hamburger Ziviljustizgebäudes in einer speziellen Weise aufbereitet werden soll, die die vorhandenen äußerst unsystematisch und nahezu irritierend über die Wand verteilten Dekorations elemente unangetastet läßt, um sich dem allgemeinen Raumeindruck vielmehr anzuschmiegen.


Die Funktionalität des Raumes, in dem dieser Beitrag zur Ausstellung mundgerecht stattfin- den soll - die Kantine des Justizgebäudes - wird von zwei Konstanten bestimmt: Zum einen ist es


die Nahrungsauf nahme, die Tätigkeit des Essens, die in diesem bestimmten Raum stattfin- det; zum anderen ist die Frage der Schuld, die in dem übergeordneten Raum komplex, dem Gerichtsgebäude, verhan delt wird. Die darum kreisenden Diskussionen sind natürlich nicht nur auf die eigentlichen Prozeßräume beschränkt. Unter anderem liefern sie auch den Stoff für diverse Tisch ge spräche: Es kommt zu einer Erörterung der Schuld auch während des Essens.


e Tätigkeit des mmten Raum sta


attfin


m komplex, dem elt wird. Die daru ind natürlich nich


ht


rozeßräume m liefern sie auch den


n


räche: Es kommt zu d auch während des


s


age der Schuld, die in um


n-


te einen Kampf ohne Pausen durch halten. Und nicht einmal eine längere „Sitzung“ kommt ohne Pause aus. — Die Pause ist nötig, um für einen Moment die Anspan nung zu lockern, die damit verbunden ist, wenn man fortwährend Dinge tut, die man nicht festgelegt hat und die keinem eigenen (inneren) Rhythmus folgen. Mehrere Stunden hat man nur reagiert, durchgehalten und bisweilen und sogar wie eine Maschine funktioniert. Die Mittags pause ist eine Belohnung für geleistete Disziplin; sie ist eine Erfrischungs- und Entspannungsphase. Jeder Körper, jedes Seelische braucht eine Pause, braucht die Möglichkeit, sich zu lockern, um sich wieder anspannen und weiter durch- halten zu können. Die Pause ist Teil des Durchhaltens. In der modernen, von Effek tivität und Leistung geprägten technisierten Arbeitswelt


use ist nötig, um für stgelegt hat und die und sogar wie eine ntspannungsphase. n und weiter durch- isierten Arbeitswelt


Foto: Lutz Fischmann Foto: Lutz Fischmann


Page 1  |  Page 2  |  Page 3  |  Page 4  |  Page 5  |  Page 6  |  Page 7  |  Page 8  |  Page 9  |  Page 10  |  Page 11  |  Page 12  |  Page 13  |  Page 14  |  Page 15  |  Page 16  |  Page 17  |  Page 18  |  Page 19  |  Page 20  |  Page 21  |  Page 22  |  Page 23  |  Page 24  |  Page 25  |  Page 26  |  Page 27  |  Page 28