KUNST
Ohne Titel, 2000, Farbstifte, 70 x 100 cm
Rosemarie Trockel
Zeichnungen, Collagen und Buchentwürfe 30. Mai – 5. September 2010
Das Kupferstichkabinett des Kunstmuseums Basel zeigt mit über 200 Zeichnungen, Collagen und Buchentwürfen die bisher um- fangreichste Ausstellung von Rosemarie Trockels Arbeiten auf Papier und ermöglicht einen spannenden Einblick in ihr vielseiti- ges zeichnerisches Schaffen von über 30 Jahren.
Die in Köln lebende Künstlerin machte Mitte der 1980er-Jahre mit Zeichnungen, Skulpturen und besonders mit ihren berühmt gewordenen Strickbildern erstmals Furore. Mittlerweile gehört sie zu den bekanntesten Kunstschaffenden der Gegenwart. So vielfältig das Werk von Rosemarie Trockel mit Videos, Wollbil- dern, Keramiken und vielem anderem auch ist, so haben doch die Zeichnungen immer eine zentrale Konstante in ihrer Arbeit gebildet. Diese dienen ebenso dem Festhalten flüchtiger Gedan- ken, wie dem Ausarbeiten gereifter Überlegungen. Auf Papier
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lassen sich all die inhaltlichen Ansätze finden, die sie in anderen Techniken weiterentwickelt. Die Hauptstrategie der Künstlerin besteht im ironisierenden Hinterfragen von gesellschaftlichen Gemeinplätzen und künstlerischen Normen über das Verhältnis Mann/Frau, Mensch/Tier oder Politik /Kunst. Speziell in den Zeichnungen unterläuft sie besonders gern die Unterscheidung von Original und Kopie.
Zeichnen findet bei Rosemarie Trockel in der Zurückgezogenheit statt, es bedingt eine gewisse Selbstvergessenheit, die auf Kön- nerschaft beruht. Die aber wird meist zugunsten einer vorgescho- benen Ungelenkigkeit, eines kontinuierlichen Ausweichens auf diverse Ausdrucksformen kaschiert, derer sie sich unbeschwert bedient. Gerade weil die Zeichnungen weniger von formalen als von inhaltlichen Fragen geleitet sind, merkt man ihnen die Lust
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