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Buehl-Oberbruch in 1996. I call it an inn, although I cook the same food as I did in Merkurius. We prepare everything here, lobsters as well as truffles but people also visit us to eat goulash. Michelin noticed us immediately and we received the so- called Bib Gourmet just after opening. It is an award for quality dishes prepared with love which are not expensive,” says

the star chef who moved his activities back to the Czech and Slovak Republic after the fall of the Iron Curtain. Nowadays he also works as an advisor for one of the restaurants in Bratislava. He angered many within Slovak gastronomical circles with his statements last year about the poor condition of Slovak gastronomy. We were interested to know whether or not he had been to Piešťany since the revolution: “Unfortunately,

I haven’t

been there so far, although I’ve intended to do so. Now I am in Slovakia quite often so I will definitely try to come round and see how the town has changed and also what the quality of gastronomy is in the town where I started,” Pavel Pospíšil adds

with a smile. z

„I

ch kochte dann auf einer Messe in Brünn, zu der auch einige Vertreter der Hotelakademie aus Piešťany kamen. Also fragte ich sie, ob sie mich nicht nehmen würden. Außerdem verguckte ich mich dort in Vierka Letrichová, die ausgerechnet die Hotelschule in Piešťany besuchte und so stand für mich fest, dass ich hin muss. Nach zwei Wochen erhielt ich eine Einladung zur Prüfung, bestand diese und landete für drei Jahre in dieser

malerischen Stadt, “ blickt Pavel Pospíšil auf seine Ausbildungsjahre zurück. Aus der Zeit in Piešťany behielt er vor allem Erinnerungen an den hervorragenden Pädagogen Scheer, die Hotels Eden, und Thermia Palace und das

gemeinsame Baden mit seiner damaligen Liebe in den Thermalquellen auf der Kurinsel, die das „Heilbad der Armen“ waren. Nach dem Abschluss an der Hotel- Akademie erhielt er ein einjähriges Stipendium in Ost-Berlin, welches er offiziell und legal um ein weiteres Jahr in West-Berlin verlängerte. Nachdem jedoch im Jahre 1968 in seiner Heimat die „brüderliche Unterstützung“ aus der Sowjetunion eintraf, kehrte er nicht zurück. Sein Studium und seine Arbeit, die er in Deutschland fortsetzte, gipfelten im Jahre 1979 in der Eröffnung eines eigenen Restaurants mit dem Namen „Merkurius“. Bereits ein Jahr danach erhielt er den begehrten Michelin Stern. „Wir

hielten den Stern von Michelin 17 Jahre

lang, es war jedoch alles andere als einfach. Um „Merkurius“ eröffnen zu können, habe ich mich relativ stark verschuldet und so arbeitete ich praktisch nur für die Kreditzinsen und die Löhne der Angestellten. Einen Michelin Stern zu haben ist eine kostspielige Angelegenheit, irgendwann reichte es mir und ich verkaufte das Restaurant. Im Jahre 1996 eröffnete ich dann die „Pospisil´s Krone“ in Bühl-Oberbruch. Ich nenne sie Gaststätte, obwohl ich die gleichen Gerichte koche, wie damals im „Merkurius“. Wir bieten alles - Hummer und Trüffel, aber die Menschen kommen auch zu uns, um Gulasch zu essen. Michelin wurde auf uns sofort aufmerksam und unmittelbar nach der Eröffnung wurden wir mit dem so genannten „Bib Gourmet“ ausgelobt. Es ist eine Auszeichnung für qualitativ

hochwertige, mit Liebe zubereitete, aber nicht teure Gerichte“, sagt der Sternekoch,

der nach dem Fall des Eisernen Vorhangs seine Aktivitäten auch nach Tschechien und in die Slowakei verlagerte. Derzeit wirkt er unter anderem als Berater eines Restaurants in Bratislava und mit seinen Äußerungen über den bedauerlichen Zustand der slowakischen Gastronomie brachte er die Kochkunst-Szene hierzulande zum Beben. Uns hat interessiert, ob er nach der Wende wieder in Piešťany

vorbei schaute:„Bisher leider nicht, obwohl ich es bereits plante. Derzeit jedoch bin ich relativ oft in der Slowakei, also werde ich mit Sicherheit versuchen, einen Abstecher hierher zu machen, um zu sehen, was sich hier verändert hat und auf welchem

Niveau sich die

Gastronomie der Stadt, in der ich angefangen habe, befindet“ fügt Pavel

Pospíšil mit einem Lächeln hinzu. z

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